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Hausärztliche und ambulante Versorgung


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Neue Arbeitsteilung in den Heilberufen: Krankenschwestern als Ärzte "light" ?

Artikel 0643 Aufgrund des Ärztemangels in Sachsen sollen in einem Modellprojekt zukünftig Gemeindeschwestern Lücken in der medizinischen Versorgung schließen. Das Modellvorhaben soll herausfinden, ob Ärztinnen und Ärzte durch die Qualifizierung von ärztlichem Hilfspersonal tatsächlich entlastet werden können. In der Folge hätten sie mehr Zeit für ihre Patienten in der Sprechstunde. Von Interesse ist auch, ob diese Form der Betreuung von den Patienten akzeptiert wird. Der Einsatz der modernen Gemeindeschwester soll die Ärzte vor Ort in ihrer Arbeit unterstützen, ohne eine Konkurrenz zu den Pflegediensten darzustellen. Ein Sprecher des sächsischen Sozialministeriums erklärte, diese Gemeindeschwestern sollen vorwiegend auf dem Land eingesetzt werden und Patienten beispielsweise dringend benötigte Injektionen verabreichen.

Gesundheitsministerin Helma Orosz gab jetzt den Startschuss zu dem sächsischen Projekt. Sie übergab heute in Dresden den Zuwendungsbescheid über die Finanzierung des Modellprojekts "Moderne Gemeindeschwester im Freistaat Sachsen" an den Projektträger, die Universität Greifswald, die das Vorhaben wissenschaftlich begleitet. Zunächst wird das Modellprojekt in der Kammregion des Erzgebirges gestartet. Dabei werden zwei Gemeindeschwestern mehreren Hausarztpraxen zugeordnet. Im Projektzeitraum von 15 Monaten soll erprobt werden, ob und inwieweit eine unter Verantwortung des Arztes eingesetzte Gemeindeschwester den Arzt im häuslichen Umfeld des Patienten entlasten kann. Die Finanzierung der Personalkosten der Gemeindeschwestern in Höhe von 231.000 EUR erfolgt durch Mittel der sächsischen Krankenkassen, des Gesundheitsministeriums und der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen.

"Der Freistaat Sachsen", so erklärte Gesundheitsministerin Helma Orosz, "wird in den nächsten Jahren vor einer großen Herausforderung bei der Sicherstellung der ärztlichen Versorgung stehen. Nicht nur die Patienten werden immer älter, es werden auch viele Ärzte in den Ruhestand gehen. Um dieser Herausforderung zu begegnen, müssen wir alle Möglichkeiten ausschöpfen - dies schließt auch das Ausprobieren neuer Wege ein." (vgl. Pressemitteilung des Staatsministeriums für Soziales in Sachsen: Mit Spritze und Laptop unterwegs: die "Moderne Gemeindeschwester")

Das jetzt durch den Ärztemangel in schwach besiedelten Regionen in neuen Bundesländern in Gang gesetzte Projekt ist ein weiterer praktischer Ansatz zur Erprobung einer neuen Arbeitsteilung zwischen den Gesundheitsberufen. Solche Vorhaben werden schon seit längerem diskutiert und sind in einigen Bereichen der stationären Versorgung auch schon in der Erprobung. So verfolgen die Helios-Kliniken im Rahmen der Ausbildung von Pflegetätigkeiten ein neues Konzept mit einer sehr viel weiter reichenden Qualifizierung nicht-ärztlicher Heilberufe. Auf einer Tagung der Gewerkschaft ver.di "Neue Arbeitsteilung in der Gesundheitsversorgung - neue Berufe? Konsequenzen für die Berufsbildung, 27. Februar 2007 in Berlin" hat unlängst der Leiter der für die Berufsausbildung zuständigen Helios-Akademie, Dr. med. Parwis C. Fotuhi, für die neue Arbeitsteilung geworben: "Die Übernahme bisher rein ärztlicher Tätigkeiten durch Pflegepersonal ist in einem solchen Teamkonzept unabdingbar." Mehr Verantwortung zu übernehmen sei für die Beschäftigten in der Pflege überaus attraktiv. Durch Wissenszuwachs und mehr Entscheidungsspielräume würden die Pflegeberufe davon profitieren. (vgl. Tagungsbericht: Neue Arbeitsteilung in der Gesundheitsversorung - neue Berufe?)

Inwieweit Patienten damit zurecht kommen, bei leichteren Gesundheitsbeschwerden statt von Ärzten von Krankenschwestern beraten und behandelt zu werden, hat unlängst ein schottisches Forschungsprojekt untersucht. Nicht ganz 1.400 zufällig ausgewählte Patienten aus Arztpraxen unterschiedlicher Fachdisziplinen und in verschiedenen Regionen nahmen an der schriftlichen Befragung teil. Zusätzlich wurden qualitative Telefoninterviews mit einer kleineren Gruppe durchgeführt. Im Zentrum stand die Frage, ob Patienten generell darauf fixiert sind, bei Gesundheitsbeschwerden mit einem Arzt zu sprechen, oder ob unter bestimmten Voraussetzungen (wie zum Beispiel lange Wartezeit auf einen Termin, Gespräch mit einem Arzt, den man nicht kennt, kurze Dauer des Arztgesprächs) nicht sogar ein Beratungsgespräch mit einer Krankenschwester vorgezogen würde.

Als Ergebnis zeigte sich, dass Frauen und jüngere Patienten, aber auch solche mit höherem Einkommen gegenüber einer Praxisschwester (practice nurse) weniger Vorbehalte haben. Zwar ziehen die meisten Befragungsteilnehmer einen Arzt vor, viele würden aber auch eine Krankenschwester akzeptieren, wenn die Umstände des Beratungsgesprächs (kurze Wartezeit auf Termin, längere Gesprächsdauer) günstiger sind als bei einem Arztkontakt. Krankenschwestern stoßen auch dann auf Zustimmung, wenn es sich nur um Bagatell-Erkrankungen handelt oder wenn es sich um einfache Patientenanliegen handelt (Injektion, Medikamentenverschreibung). Unter dem Strich zeigt die Studie, dass Patienten es durchaus akzeptieren würden, wenn Krankenschwestern in begrenztem Umfang Aufgaben übernehmen, die bislang Ärzten vorbehalten waren.
Hier ist ein Abstract der Studie
Im Volltext ist die Studie hier nachzulesen: Treatment of minor illness in primary care: a national survey of patient satisfaction, attitudes and preferences regarding a wider nursing role (Health Expectations, Volume 10 Issue 1 Page 30 - March 2007)

Gerd Marstedt, 27.3.2007