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Krankheit, Sucht und Unfallfolgen Auslöser von privater Überschuldung - auch im Sozialversicherungs-Deutschland (12.6.16)
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Hat sich das Ärzte-Image in der Bevölkerung massiv verschlechtert?

Artikel 0228 In einer Stellungnahme zum Papier des Bundesministeriums für Gesundheit "Zahlen und Fakten zur Situation der Ärzteschaft" hat jetzt der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, ein Statement veröffentlicht, in dem er unter anderem das heute schlechtere Image der Ärzteschaft in der Öffentlichkeit hervorhebt. Im Statement des Präsidenten der Bundesärztekammer heißt es: "Das Ansehen des Arztes in der Bevölkerung hat in den letzten Jahren erheblich gelitten. Permanente Skandalisierungen und die bewusst in Kauf genommene Kriminalisierung durch eine völlig überaltete Gebührenordnung (GOÄ) haben zu diesen Einbrüchen geführt. Und auch wenn der Arzt bei der Allensbacher Berufsprestige-Skala immer noch an erster Stelle liegt - allerdings nicht mehr mit den Spitzenwerten vergangener Jahre - so zeigt doch die jüngste Umfrage des NAV-Virchowbundes, wie groß der Vertrauensverlust in die Ärzteschaft tatsächlich ist. Denn die Menschen bringen den Krankenkassen das größte Vertrauen entgegen und nicht mehr den Ärzten. Die Beutelschneider-Kampagne hat offensichtlich doch Erfolg gehabt."

In Berichten über das Ärzte-Image wird zumeist nur auf die Berufsprestige-Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach "Ärzte vorn" verwiesen, bei der Ärzte auch im Jahr 2005 das höchste Ansehen genießen.

Eine etwas differenziertere Betrachtung des Themas findet sich in einem Aufsatz von Prof. Wolfgang Donsbach Das Ärzteimage in der Bevölkerung - und Folgerungen für die Kommunikation des Berufs, veröffentlicht im Ärzteblatt Sachsen. Dort wird eine eine Reihe von Bevölkerungsumfrage zum Prestige und Ansehen der Ärzte sowie zu Erwartungen der Bevölkerung detailliert betrachtet und bilanziert. Die Ergebnisse aus diesem Aufsatz zeigen, dass trotz des nach wie vor hohen Ansehens von Ärzten deren Image auch durch Negativerfahrungen von Patienten in der ärztlichen Sprechstunde erheblich mitbeeinflusst beeinflusst wird und nicht nur, wie der Präsident der Bundesärztekammer betont, Effekt einer Rufmordkampagne ist:
• 74 Prozent der Bevölkerung zählen den Arztberuf zu den vier oder fünf Berufen, die sie am meisten schätzen, vor denen sie am meisten Achtung haben. Damit steht der Arztberuf weit vor anderen Professionen wie Rechtsanwälten (31 Prozent), Pfarrern (38 Prozent), Hochschulprofessoren (33 Prozent) oder Unternehmern (29 Prozent).
- Auch auf die Frage, welches ihr 'heimlicher Traumberuf' sei, nennen die relativ meisten Deutschen mit 16 Prozent den Arztberuf.
• Am häufigsten stimmen die Deutschen der Antwortvorgabe zu, dass es sich beim Arztberuf um einen anstrengenden Beruf handele (72 Prozent).
• Bei den drei danach genannten Urteilen handelt es sich bereits um Kritik am Arztberuf: 63 Prozent sagen, die Ärzte nehmen sich zu wenig Zeit, 52 Prozent, sie nehmen Privatpatienten wichtiger als andere und ebenso viele, dass es zu lange Voranmeldungszeiten gebe.
• Nicht einmal jeder Zweite glaubte jeweils, dass die deutschen Ärzte technisch und medizinisch auf dem neuesten Stand seien, und mit 45 Prozent halten ebenso viele (oder wenige) die Ärzte für 'Vertrauen erweckend'.
• 44 Prozent der Deutschen kritisieren, dass ihnen die Behandlung nicht erklärt wird. Dies verhält sich spiegelbildlich zu der Tatsache, dass nur ein Drittel der Ansicht ist, Ärzte seien 'menschlich' und gingen auf die Patienten ein.

Gerd Marstedt, 18.1.2006