Home | Patienten | Gesundheitssystem | International | GKV | Prävention | Epidemiologie | Websites | Meilensteine | Impressum

Sitemap erstellen RSS-Feed

RSS-Feed
abonnieren


Weitere Artikel aus der Rubrik
Patienten
Sonstige Themen


Krankheit, Sucht und Unfallfolgen Auslöser von privater Überschuldung - auch im Sozialversicherungs-Deutschland (12.6.16)
Gesundheitskommunikation zwischen Statistiken und Geschichtenerzählen: warum gibt es die Debatte über Masern-Impfpflicht? (12.4.15)
Wie sich öffentlich organisierte und finanzierte Familienplanung und Sexualberatung in den USA auszahlt! (11.11.14)
"Roland Berger"-Gutachten oder wie man mit altem säuerlichem Wein in neuen Schläuchen mit dem Fachkräftemangel Geld verdienen kann (29.10.13)
Resultate und Schlussfolgerungen von herstellergesponsorten Medikamenten- und Gerätestudien vielfach signifikant verzerrt (11.1.13)
Hohe Übereinstimmung der Vorhersage der Gesamtsterblichkeit durch subjektive und "objektiv"/ärztliche Gesundheitsbewertung (17.12.11)
Zuzahlungen in Entwicklungsländern: Viel Klamauk, wenig Substanz (28.10.11)
Geringes Gesundheitswissen ist nicht "nur" ein Bildungsproblem, sondern auch mit höherer Gesamtsterblichkeit assoziiert (22.10.11)
"No future" für Viele durch "Futures" für Wenige. Fakten zu den unerwünschten Wirkungen von Warentermingeschäften, OTC-Swaps etc. (18.10.11)
Wenig Wissen über Radiologen, mehr Kontakte gewünscht aber hochzufrieden - "Blindes Arzt-Vertrauen" oder "health illiteracy"? (3.6.11)
2% -11% der Deutschen erlitten als Kinder und Jugendliche körperlichen, emotionalen und sexuellen Mißbrauch und Vernachlässigung (3.5.11)
Gläubig und/oder gesund oder wie weit sind die Kirchenführer von der Empfängnisverhütungspraxis ihrer Gläubigen entfernt? (30.4.11)
"Wall Street Journal" vs. "American Medical Association": Wie viel verdienen US-Ärzte an der Behandlung von Medicare-Versicherten? (31.1.11)
"Lasst die Toten ruhen!?" - Warum Rate und Ergebnisse von Obduktionen Bestandteil der Qualitätsberichte werden sollten? (8.1.11)
"Der Mensch ist ein soziales Wesen" und zwar fast immer! Was hat dies mit erfolgloser Gesundheitsaufklärung zu tun? (5.11.10)
Wie realistisch ist die Prognose von 950.000 im Jahr 2030 fehlenden ärztlichen und nichtärztlichen Fachkräften? (25.10.10)
"Warten auf den medizinisch-technischen Fortschritt!?" Das Beispiel "Humane Genome Project" (23.6.10)
(Fehl)-Versorgung von Rücken- und Ischiasschmerzen: Besser normale Alltagsaktivitäten statt Bettruhe! (17.6.10)
"Vorsicht Röhre": Bildgebende Diagnostik zwischen Überversorgung und unerwünschten Folgewirkungen (5.6.10)
US-Studie zum legalisierten Verkauf von Organen: Ärmere wären sehr viel eher bereit, eine Niere zu spenden (9.4.10)
Bedingt studienmüde - Vom unterschiedlichen Engagement deutscher Ärzte bei Anwendungs- und Versorgungsstudien (25.8.09)
Eine Scheidung hinterlässt gesundheitliche Spuren - lebenslänglich! (2.8.09)
Placebo-Effekt: Es kommt darauf an, was Patienten in medizinischen Studien zu bekommen glauben, nicht was sie tatsächlich bekommen (12.7.09)
Auch deutsche Klinikärzte setzen gelegentlich Placebos ein - und sind von der Wirkung voll überzeugt (6.7.09)
Englische Wissenschaftler stellen Selbsttest für Laien zur minutenschnellen Diagnose von Alzheimer vor (19.6.09)
Lug und Trug in der Wissenschaft: "few bad apples" oder "tip of the iceberg"? Ergebnisse einer Meta-Analyse von 18 Surveys (4.6.09)
Hautbräune und "schwarze Schafe": Sonnenstudio jein danke oder ein Lehrstück für die Qualität freiwilliger Zertifizierung. (10.2.09)
Häufiger Konsum von Arztserien im Fernsehen erhöht die Angst vor Operationen im Krankenhaus (11.12.08)
"Eine Woche mit und sieben Tage ohne Behandlung!" Mit Antibiotikatherapie ein bißchen längere "Erinnerung" an Erkältungen. (10.12.08)
"Kein Problem mit null Bock im Bett" oder gute Argumente gegen eine geschlechterübergreifende Viagraisierung des Sexuallebens. (4.12.08)
"Trust in Medical Researcher": Warum auch randomisierte Studien Probleme mit dem Einschluss von Minderheiten-Patienten haben? (22.11.08)
USA: Aktuelle Evidenz zum Nutzen des Stillens und Empfehlungen zur Erhöhung seiner Häufigkeit (1.11.08)
"Controlled crying" und "camping out": Hilfen bei durch Baby-Schlafstörungen verursachten Depressionen von Müttern sinnvoll!? (14.9.2008)
Keine Selbstverständlichkeit: Wer ist für klinische Studien verantwortlich und ist wie zu erreichen? (21.8.2008)
Rationierung bei gesundheitlich nützlichen Leistungen unter älteren Patienten!? Knie- und Hüftimplantate bei Osteoarthritis. (18.7.2008)
Wachstumshormone und Placebo: Wie der Glaube nicht nur Berge versetzt, sondern sie auch noch hochradeln hilft. (15.7.2008)
Studie: Fehlverhalten im Wissenschaftsbetrieb unterschätzt (24.6.2008)
Bundesverfassungsgericht bekräftigt Strafbarkeit des Inzests unter Geschwistern. Genetiker warnen vor der eugenischen Begründung. (17.5.2008)
Wie gut hilft Deutschlands größte Gesundheitshelferschar und wer ist das? (13.4.2008)
Allzu patente Kurzfragebögen sind für die Entdeckung, Behandlung und den Behandlungserfolg von Depressionen nutzlos (10.4.2008)
Placebos: Etwa die Hälfte praktizierender Ärzte hat sie schon selbst verordnet und vertraut auf ihre Wirkung (15.1.2008)
Gesundheitswissenschaftliches zum Fest der Liebe: Wangenkuss birgt geringeres Gripperisiko als Händeschütteln (21.12.2007)
Wenig einfühlsame ärztliche Kommunikation trägt dazu bei, dass Gewalt gegen Frauen unaufgedeckt bleibt (6.11.2007)
Ärzte haben ein höheres Prestige als Politiker. Haben auch Krankheiten ein unterschiedliches "Prestige" ? (25.9.2007)
Keine Auswirkungen von Arbeitszeitverkürzungen im Krankenhaus auf Behandlungskontinuität - Outcomes sogar etwas besser (22.9.2007)
Erhöhte Schwangerschafts- und Geburtsrisiken durch früheren medikamentösen Schwangerschaftsabbruch? Fehlanzeige! (17.8.2007)
Lassen Gesundheitspolitiker und DocMorris die "Apotheke um die Ecke" verschwinden? (8.7.2007)
"Mündige Patienten" aus Ärztesicht: Zwischen Idealisierung und Abwertung (21.5.2007)
Der Frauenanteil unter den Ärzten steigt: Ist dadurch die "sprechende Medizin" im Kommen? (15.3.2007)
Keine "Halbgötter in Weiß" mehr? Fakt ist: Der weiße Arztkittel ist für das Arztvertrauen bedeutungslos (4.3.2007)
Bei 25 bis 50 % aller Sterbefälle in 6 europäischen Ländern spielen lebensverkürzende Maßnahmen mit (30.1.2007)
Arzt wegen Flüchtlingshilfe verurteilt (27.2.2006)
Hat sich das Ärzte-Image in der Bevölkerung massiv verschlechtert? (18.1.2006)
Krank und entscheidungsunfähig: Broschüre zur Patientenvorsorge vorgestellt (7.11.2005)
Gesundheitsversorgung von Asylsuchenden in zahlreichen EU-Staaten defizitär (6.11.2005)

Seite mit den Texten aller Artikel aufrufen:
Sonstige Themen
 

Andere Rubriken in "Patienten"


Gesundheitsversorgung: Analysen, Vergleiche

Arzneimittel, Medikamente

Einflussnahme der Pharma-Industrie

Arzneimittel-Information

Hausärztliche und ambulante Versorgung

Krankenhaus, stationäre Versorgung

Diagnosebezogene Fallgruppen DRG

Rehabilitation, Kuren

Kranken- und Altenpflege, ältere Patienten

Umfragen zur Pflege, Bevökerungsmeinungen

Schnittstellen, Integrierte Versorgung

Disease Management (DMP), Qualitätssicherung

Leitlinien, evidenzbasierte Medizin (EBM)

Verhaltenssteuerung (Arzt, Patient), Zuzahlungen, Praxisgebühr

Arztberuf, ärztl. Aus- und Fortbildung

IGeL Individuelle Gesundheitsleistungen

Alternative Medizin, Komplementärmedizin

Arzt-Patient-Kommunikation

Patienteninformation, Entscheidungshilfen (Decision Aids)

Shared Decision Making, Partizipative Entscheidungsfindung

Klinikführer, Ärztewegweiser

Internet, Callcenter, Beratungsstellen

Patienteninteressen

Patientensicherheit, Behandlungsfehler

Zwei-Klassen-Medizin

Versorgungsforschung: Übergreifende Studien

Versorgungsforschung: Diabetes, Bluthochdruck

Versorgungsforschung: Krebs

Versorgungsforschung: Psychische Erkrankungen

Versorgungsforschung: Geburt, Kaiserschnitt

Versorgungsforschung: Andere Erkrankungen

Sonstige Themen



Englische Wissenschaftler stellen Selbsttest für Laien zur minutenschnellen Diagnose von Alzheimer vor

Artikel 1584 Das Geschäft mit Produkten zum "Gehirn-Jogging" boomt, und ebenso positiv entwickeln sich die Umsätze für allerlei Pillen und Arzneien gegen "Vergesslichkeit" oder Konzentrationsstörungen. Kein Wunder: Die Diagnose Alzheimer oder Demenz macht vielen Angst, und dies nicht erst im sechsten oder siebten Lebensjahrzehnt. Da kommt ein Test gerade recht, mit dem man sich selbst vergewissern kann: Ist mit mir noch alles okay oder habe ich schon Alzheimer-Symptome? Der jetzt in der renommierten Fachzeitschrift "British Medical Journal BMJ" vorgestellte Test weist nach Angaben der Wissenschaftlergruppe aus Cambridge eine Vielzahl von Vorteilen auf: Er ist auch von Laien ohne Probleme selbstständig durchführbar, seine Ausführung kostet nur wenige Minuten und die Auswertung könnte im Prinzip vollautomatisch über eine Software erfolgen, wenn der Test im Internet oder an einem PC durchgeführt wird. Und nicht zuletzt ist der Test mit einer Trefferquote von 93 Prozent richtig erkannten Erkrankungen vergleichsweise zuverlässig.

Der "TYM-Test - Test Your Memory" (Teste Dein Gedächtnis) wurde nach Angaben der Wissenschaftler entwickelt, um bestimmte Kriterien zu erfüllen, die andere Tests mit derselben Funktion derzeit nicht aufweisen. TYM jedoch ist 1.) sehr zeitökonomisch in der Durchführung und Auswertung, überprüft 2.) eine größere Zahl und nicht nur ein oder zwei kognitive Funktionen und ist 3.) zuverlässig, was die Identifikation und Diagnose leichterer Formen von Alzheimer anbetrifft. Zentraler Prüfstein für den Test war der Leistungsvergleich von mehreren Gruppen, bestehend aus
• einerseits 540 "normalen" Patienten im Alter von 18-95 Jahren, allesamt ohne psychische oder kognitive Störung, was im Rahmen einer medizinischen Untersuchung festgestellt wurde,
• 108 Patienten mit leichteren Anfangssymptomen von Alzheimer, diagnostiziert in einer Klinik,
• 31 Patienten mit einer schwerwiegenden Demenz, jedoch keiner Alzheimer-Diagnose.

Die endgültige Fassung des Tests zeigte dann für solche Verfahren überaus positive Ergebnisse. Die Sensitivität (Prozent-Anteil der korrekt erkannten Alzheimer-Erkrankungen) lag bei 93%, die Spezifität (Anteil der korrekt erkannten, nicht an Alzheimer erkrankten, gesunden Patienten) bei 86%. Bei einem Vergleich von zwei Gruppen mit gleicher Altersstruktur zeigte sich, dass Normalpatienten im TYM einen durchschnittlichen Punktwert von 47 erreichten (bei maximal 50 möglichen Punkten), Alzheimer-Patienten hingegen erzielten lediglich 33 Punkte.

Der Test besteht unter anderem aus folgenden Aufgaben:
• Eintragung des aktuellen Wochentags und Datums, des eigenen Geburtstags und Alters
• zu Beginn des Tests wird man gebeten, sich einen Satz zu merken, der dann ganz am Schluss abgefragt wird (Good Citizens Always Wear Stout Shoes, etwa: Gute Bürger tragen immer robuste Schuhe)
• Antwort auf die Fragen: Wer ist Premierminister? Wann begann der 2.Weltkrieg?
• 4 einfache Rechenaufgaben lösen (z.B. 20 - 4)
• Nennen von vier Tieren, deren Namen mit "S" beginnt
• Beantworten der Fragen: Warum ist eine Möhre einer Kartoffel ähnlich? Warum ist ein Löwe einem Wolf ähnlich?
• Benennung von 5 Teilen auf einer Zeichnung, die ein Hemd zeigt, Krawatte usw.
• Einen Kreis zu einer Uhr vervollständigen durch Eintragen der Zahlen 1-12 und dann Aufmalen von Zeigern, die die Uhrzeit 9.20 anzeigen

Die Wissenschaftler heben hervor, dass der TYM-Test im Vergleich zu früher verwendeten Instrumenten (wie Addenbrooke's cognitive examination oder abbreviated mental test) erhebliche Vorteile hat und auch genauer misst. Sie erwähnen, dass bereits eine Internet-Seite vorbereitet wird (www.tymtest.com), auf der Testmaterialien und Auswertungsinstruktionen heruntergeladen werden können. Es scheint aber ebenso absehbar, dass der Test oder Varianten davon in Kürze auf dem Internet präsentiert wird und dann nicht wenige Familien ihre Großmutter oder ihren Großvater ganz freundlich zur Teilnahme am Alzheimer-Test drängeln. Bei einer Quote von 7%-Falsch-Positiven (also fälschlich mit Alzheimer diagnostizierten Teilnehmern) ist diesen Familien zu raten, den Test nicht vor Feiertagen durchzuführen.

Kostenloses Abstract: J. Brown, G. Pengas, K. Dawson, L A Brown, P Clatworthy: Self administered cognitive screening test (TYM) for detection of Alzheimer's disease: cross sectional study (BMJ 2009;338:b2030; doi:10.1136/bmj.b2030)
Testaufgaben im Original und Auswertungsschema: Test Your Memory, The TYM Test

Gerd Marstedt, 19.6.09