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Krankheit, Sucht und Unfallfolgen Auslöser von privater Überschuldung - auch im Sozialversicherungs-Deutschland (12.6.16)
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Studie: Fehlverhalten im Wissenschaftsbetrieb unterschätzt

Artikel 1274 Nach US-regierungsamtlicher Definition bedeutet wissenschaftliches Fehlverhalten "Erfindung, Fälschung oder Plagiat in der Beantragung, Durchführung oder Beurteilung von Forschung oder im Berichten von Forschungsergebnissen" ("Research misconduct is defined as fabrication, falsification, or plagiarism in proposing, performing, or reviewing research, or in reporting research results").

Aufgabe des 1993 gegründeten Office of Research Integrity, einer dem US-Gesundheitsministerium zugehörigen Behörde, ist die Untersuchung und Prävention von Fehlverhalten im biomedizinischen Wissenschaftsbetrieb.
Eine in der Zeitschrift NATURE erschienene Untersuchung befasst sich mit der niedrigen Zahl von Verdachtsfällen, die dieser Stelle zur Untersuchung gemeldet werden.

Dafür wurde im Jahr 2006 eine Befragung durchgeführt, die sich an 4.298 Wissenschaftler in 605 Forschungseinrichtungen richtete. 2.212 Wissenschaftler antworteten (51%).

192 Wissenschaftler (8,7%) gaben an, innerhalb der letzten drei Jahre in insgesamt 265 Fällen tatsächliches oder mögliches Fehlverhalten von Kollegen innerhalb der eigenen Abteilung beobachtet zu haben. 201 dieser Fälle entsprachen den offiziellen Kriterien für Fehlverhalten. In 60% der Fälle handelte es sich um Erfinden oder Fälschen von Daten, in 36% um Plagiat. 58% der Fälle wurden der jeweiligen Einrichtung berichtet, 37% der Fälle wurden nicht berichtet, in 5% war es unklar.

Tatsächliches oder mögliches Fehlverhalten wurde auf allen Ebenen der Hierarchie beobachtet, vom Professor und Senior Scientist bis hin zum Studenten.

Nach einer sehr konservativen Schätzung auf Grundlage dieser Daten folgern die Autoren, dass dem Office of Research Integrity innerhalb des Dreijahreszeitraums 1.350 Fälle hätten gemeldet werden müssen - tatsächlich waren es 24 Fälle pro Jahr.

Die Autoren empfehlen sechs Strategien zur "Reparatur" der Integrität wissenschaftlicher Forschung:
• Null-Toleranz-Kultur für diejenigen die Fehlverhalten begehen und diejenigen, die darüber wissen aber schweigen.
• Schutzmaßnahmen für Whistleblower (Personen, die Fehlverhalten anderer öffentlich machen)
• Klare Vorgehensweisen in den Einrichtungen mit expliziter Benennung der Verantwortlichen bzw. der Ansprechpartner
• Schulung der Vorgesetzten, ihre Vorbildfunktion zu erfüllen
• Gezielter Einsatz von Methoden, um Fehlverhalten zu identifizieren, wie Überprüfung von Unterlagen durch Dritte (Audit)
• Modellhaftes ethisches Verhalten der Führungskräfte

NATURE 19. Juni 2008 Repairing research integrity Volltext kostenlos

NATURE 19. Juni 2008 Kommentar Volltext kostenlos

David Klemperer, 24.6.2008