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eHealth / IT: Versichertenkarte, Patientenakte


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Die Elektronische Gesundheitskarte: Meinungen von Versicherten und Ärzten

Artikel 0418 Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) gilt als eines der größten Informationstechnologie-Projekte im deutschen Gesundheitswesen. Über Meinungen von Versicherten und Ärzten zur Gesundheitskarte informiert jetzt der neue Newsletter des Projekts "Gesundheitsmonitor" der Bertelsmann-Stiftung. Ursprünglich sollte sie bis zum 1. Januar 2006 eingeführt werden und für 82 Millionen Versicherte die bisherige Krankenversichertenkarte ersetzen. Derzeit haben jedoch gerade erst die Testphasen begonnen, wie man auf der Informationsseite des Gesundheitsministeriums erfahren kann: Die Gesundheitskarte. Die Kosten werden aller Voraussicht nach sehr viel höher liegen als prognostiziert und Ärzte und andere Anbieter werden finanzielle Verlierer sein, während die Krankenkassen nicht unerheblich von der Einführung profitieren. (vgl. Artikel auf dieser Seite: "Elektronische Gesundheitskarte weitaus teurer als angekündigt - Ärzte sind Verlierer").

In Medien und Fachpresse finden sich zum Thema elektronische Gesundheitskarte hauptsächlich Darstellungen des Bundesministeriums für Gesundheit sowie der mit der Einführung, Pflege und Weiterentwicklung beauftragten Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte. Abgesehen von einigen wenigen Untersuchungen wurde die Bevölkerung bislang kaum nach ihrem Informationsstand und ihren Einstellungen zur eGK befragt. Deshalb hat die Bertelsmann Stiftung Fragen zu diesem Thema in ihre Versichertenbefragung im Oktober/November 2006 aufgenommen. Inhaltlich standen dabei die Aspekte Bekanntheit der eGK, Akzeptanz und Bereitschaft zur Speicherung von Daten im Fokus. Zusätzlich ging es um Bedenken der Versicherten hinsichtlich des Datenschutzes. Auch in der Ärztebefragung wurde nach der neuen Karte gefragt.

Einige Ergebnisse der Umfrage:
• Für die Perspektive der 82 Millionen Versicherten hat sich gezeigt, dass etwa 70 Prozent zumindest von der neuen Chipkarte gehört haben. Der Anteil der Personen, die über relevante Hintergrundinformationen zur eGK verfügen, dürfte weitaus geringer sein.
• Die Befürwortung der elektronischen Gesundheitskarte durch zwei Drittel der Versicherten darf nicht überbewertet werden. So lautete die entsprechende Antwortkategorie in der Befragung "Befürworte ich eher", was von der Wortbedeutung keiner uneingeschränkten Zustimmung gleichkommt.
• Hinsichtlich des Datenschutzes zeigt sich Unsicherheit in der Bevölkerung: 31 Prozent haben große, 42 Prozent haben teilweise Bedenken.
• Bei den befragten Ärzten fällt die Bewertung der Gesundheitskarte (nur 42 Prozent Zustimmung) zurückhaltender aus als bei den Versicherten. Für sie ist die Einführung der eGK mit einer nicht zu unterschätzenden Umstellung der Praxis- und Kommunikationsabläufe verbunden. Zudem fürchten sie durch die zunehmende Transparenz ihrer Arbeit auch mehr Überwachung und Kontrolle.

Neben weiteren Umfrageergebnissen informiert der Newsletter außerdem in einem Aufsatz "Der Einsatz moderner Kommunikationstechnologien im Gesundheitssektor - ein internationaler Vergleich" über den Stand der Informationstechnologie in einer Reihe von Ländern (u.a. Dänemark, Israel, Australien, Finnland, Schweiz, Australien, Österreich).

Download des Gesundheitsmonitor-Newsletter 4/2006 zur Elektronischen Gesundheitskarte

Gerd Marstedt, 26.12.2006