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Computer- und Internet-Einsatz in deutschen Allgemeinarzt-Praxen: Nachbarländer nutzen weitaus mehr Möglichkeiten von "eHealth"

Artikel 1218 Eine Studie der Europäischen Kommission, an der etwa 7.000 Allgemeinmediziner aus 27 EU-Ländern teilnahmen, hat jetzt gezeigt, dass deutsche Ärzte noch überaus zurückhaltend sind bei der Nutzung der technischen Möglichkeiten von Computern und Internet in der Arztpraxis. So werden beispielsweise in elektronischen Patientenakten bei deutschen Allgemeinärzten nur relativ wenige Informationen gespeichert. Aspekte wie Ergebnisse von Funktionstests und Untersuchungen, grundlegende Gesundheitsmerkmale, Krankengeschichte, Behandlungsergebnisse - diese Informationen werden weitaus seltener als im europäischen Durchschnitt auch elektronisch festgehalten. Ähnliche Zurückhaltung ist in Deutschland auch feststellbar, was technische Möglichkeiten von Computer- und Internet-Einsatz anbetrifft, etwa bei der elektronischen Rezeptausstellung.

Eine gewisse Technik-Feindlichkeit oder zumindest Technik-Skepsis wird an der generellen Einstellung gegenüber dem Nutzen von Informations- und Computer-Technologien (ICT) in der medizinischen Versorgung deutlich. Bei dieser Frage rangieren die deutschen Ärzte an allerletzter Stelle der 27 Länder, was eine positive Bewertung des möglichen Nutzens von ITC anbetrifft, auch noch deutlich hinter früheren Ostblockstaaten.

Weitere Ergebnisse der Befragung waren unter anderem:
• Zwar nutzen 99 Prozent der deutschen Allgemeinarzt-Praxen einen Computer, aber nur 59 Prozent nutzen in der Praxis auch das Internet, das ist deutlich unter dem EU-Durchschnitt (69%). Feststellung der EU-Kommission: "Während es einerseits eine Gruppe von Vorreiter-Ländern gibt, die eine Internet-Nutzung von fast 100% aufweisen, führt Deutschland eine Gruppe von Nachzüglern an, bei denen 60% oder weniger eine Internet-Verbindung haben."

• Ähnlich sieht es aus, was die technische Qualität des Internet-Zugangs anbetrifft. Hier sind es in Deutschland nur 40%, die über eine Breitband-Verbindung verfügen, im EU-Durchschnitt 48%. Berücksichtigt man allerdings nur mittel- und nordeuropäische Staaten und lässt neue Beitrittsländer aus dem Osten außen vor, dann liegt deutsche Arztpraxen weit hinter dem technischen Standard zurück.

• Was die elektronische Speicherung von Patienten-Informationen anbetrifft, so liegt Deutschland nur in zwei Merkmalen vorn: Diagnosen und Medikamentenverordnungen werden häufiger gespeichert als im EU-Durchschnitt. Bei vielen anderen Merkmalen jedoch verzichten deutsche Allgemeinärzte öfter auf eine Eingabe in den Computer. So zeigen sich folgende Prozentwert-Differenzen für die elektronische Protokollierung (Zahlen für EU-Durchschnitt - Deutschland): Anlässe für den Arztbesuch und Symptome (77% - 67%), Krankengeschichte (75% - 52%), Untersuchungen und Befunde (75% - 56%), Messergebnisse für Grundfunktionen (Blutdruck usw.) (74% - 59%), Behandlungsergebnisse (65% - 52%).

• Viele Möglichkeiten von ICT sind noch Zukunftsmusik. Während in Dänemark in 60% der Praxen eine umfangreiche E-Mail-Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten stattfindet, sind dies im EU-Durchschnitt nur 4 %. Nur in drei Mitgliedstaaten ist die elektronische Rezeptausstellung weit verbreitet: Dänemark (97%), Niederlande (71%) und Schweden (81%), im EU-Durchschnitt sind dies 6%. Die medizinische Fernüberwachung, mittels derer die Ärzte den Krankheitsverlauf eines Patienten verfolgen oder chronische Erkrankungen behandeln können, wird nur in Schweden (9 % der Ärzte), den Niederlanden und Island (beide etwa 3 %) praktiziert.

• EU-Pressemitteilung: Umfrage gibt Überblick über die Online-Gesundheitsfürsorge in Europa und empfiehlt stärkeren Einsatz der IKT durch die Ärzte
• Ergebnisbericht für alle Länder: Benchmarking ICT use among General Practitioners in Europe, Final Report, Bonn, April 2008
• Bericht speziell für Deutschland Benchmarking ICT use among General Practitioners in Europe - Country Profile: Germany (ZIP-Datei mit 29 Länderberichten)

Gerd Marstedt, 1.5.2008