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Die Zukunft der Meere: "Zu warm, zu hoch, zu sauer"

Artikel 0454 Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass der ungebremste Ausstoß von Kohlendioxid schwerwiegende Folgen für die Weltmeere haben wird. Die fortschreitende Erwärmung zum Einen und die Versauerung der Meere zum Anderen bedrohen die Meeresumwelt sowie die durch Überfischung ohnehin schon geschwächten Fischbestände. Durch den Anstieg des Meeresspiegels sind die Küsten zunehmend Überflutungs- und Wirbelsturmrisiken ausgesetzt. Um die Nachteile in Grenzen zu halten, müssten neue Wege im Küstenschutz beschritten, Meeresschutzgebiete eingerichtet sowie Regelungen für den Umgang mit Flüchtlingen aus gefährdeten Küstengebieten beschlossen werden. Diese Maßnahmen können jedoch nur erfolgreich sein, wenn die globale Erwärmung und die Versauerung der Meere deutlich begrenzt werden. Ein ambitionierter Klimaschutz ist daher eine entscheidende Voraussetzung für erfolgreichen Meeres- und Küstenschutz.

Dies sind einige der Feststellungen des "Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungenen" (WBGU) in seinem Sondergutachten Die Zukunft der Meere: zu warm, zu hoch, zu sauer. In dem Gutachten zeigt der Beirat, dass der Klimawandel schwerwiegende Folgen für den Zustand der Meere hat. Die Menschheit ist dabei, Veränderungsprozesse im Meer anzustoßen, die in den letzten Jahrmillionen ohne Beispiel sind. Besonders kritisch sind die fortschreitende Erwärmung und Versauerung der Ozeane sowie der Anstieg des Meeresspiegels. Diese Veränderungen sind eine direkte Folge der Anreicherung von Treibhausgasen und insbesondere Kohlendioxid in der Atmosphäre. Der Schutz der Meere wird daher entscheidend davon abhängen, ob der Anstieg von Kohlendioxid rechtzeitig gestoppt werden kann. Einige Detailergebnisse:

Der Rückgang des arktischen Meereises: Die Ausdehnung der Eisdecke im Sommer hat in den vergangenen 30 Jahren um etwa 20% abgenommen. Ohne Klimaschutzmaßnahmen dürfte der arktische Ozean gegen Ende des 21. Jahrhunderts im Sommer praktisch eisfrei sein.
Die Zerstörungskraft von Wirbelstürmen nimmt zu: Die Klimaerwärmung hat zwar nicht die Anzahl tropischer Wirbelstürme erhöht, wohl aber deren Zerstörungskraft. Schon für die bisherige Erwärmung der tropischen Meerestemperatur um nur etwa ein halbes Grad Celsius wurde eine Erhöhung der Energie der Hurrikane um 70% beobachtet.
Der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigt sich: Im 20. Jahrhundert erhöhte sich der Meeresspiegel global um 1,5 bis 2 Zentimeter pro Jahrzehnt. Satellitenmessungen belegen für das vergangene Jahrzehnt einen Anstieg von sogar 3 Zentimetern.

Dass die Bundesregierung viel zu wenig unternimmt, um diese ökologischen Folgen in Grenzen zu halten, hat jetzt das Nachrichtenmagazin "Monitor" in der Sendung am 4.1.2007 hervorgehoben: "Wer das Klima schützen möchte, muss die CO2-Verschmutzung reduzieren. Doch Deutschland gefährdet fahrlässig das wichtigste Klimaschutzinstrument der Europäischen Union, den so genannten Emissionshandel. Dieser soll eigentlich der Verschmutzung der Atmosphäre ein Ende setzen. Deutschland aber spielt falsch und schützt ausgerechnet die größten Klimasünder: die Stromkonzerne mit ihren Braunkohlekraftwerken. Neue Braunkohlekraftwerke dürfen 14 Jahre lang in Betrieb bleiben, ohne auch nur das Geringste für den Klimaschutz investieren zu müssen. Eine Sonderregel, die die EU-Kommission in einem blauen Brief an die Bundesregierung gerade deutlich kritisiert hat." Als Videomitschnitte oder Textmanuskripte sind alle Beiträge der Monitor-Sendung zum Thema Klimawandel verfügbar

Gerd Marstedt, 6.1.2007