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Vorsicht Grenzwert! Welches gesundheitliche Risiko birgt die EU-Richtlinie für Feinstaub in sich?

Artikel 2324 Per staatlicher Verordnung oder Selbstverpflichtung von Herstellern und Anwendern festgelegte Grenzwerte von Stoffen, die als gesundheitliche Risikofaktoren gelten, haben oft nichts oder nur eingeschränkt mit ihrer wirklichen Gefährlichkeit zu tun, sondern sind das Ergebnis von politisch und ökonomisch bestimmten Aushandlungsprozessen.

Dies gilt offensichtlich auch für die EU-Richtlinie 1999/30/EG zu dem gesundheitliche Unbedenklichkeit suggerierenden Feinstaub-Grenzwert von 25 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Unabhängig von der hier vorgestellten aktuellen Studie liegt der EU-Grenzwert schon immer deutlich über dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei als gesundheitlich unbedenklich festgelegten Maximalwert von 10 Mikrogramm.

Eine internationale ForscherInnengruppe um den Niederländer Rob Beelen vom "Institute for Risk Assessment Sciences" an der Universität Utrecht hat nun im Rahmen der multizentrischen "European Study of Cohorts for Air Pollution Effects (ESCAPE)" untersucht, ob und welche gesundheitlich unerwünschten Auswirkungen der EU-Grenzwert hat. Dazu untersuchten die WissenschaftlerInnen die Daten von 22 europäischen Kohortenstudien, von denen 19 auch Feinstaubdaten enthielten. Die Gesamtstudienpopulation umfasste 367.251 überwiegend um 1990 für die Langzeituntersuchungen gewonnene TeilnehmerInnen mit insgesamt 5.118.039 Personenjahren. Folgeuntersuchungen wurden durchschnittlich nach 13,9 Jahren gemacht. Dabei fanden sich 29.076 Todesfälle. Nach Ausschluss des möglichen Einflusses des Konsums von Alkohol und Tabak, der sozialen Stellung sowie von Übergewicht und Bluthochdruck ergab sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Feinstaubbelastung und der Wahrscheinlichkeit, während des Follow-up zu sterben.

Die ForscherInnen konzentrierten sich dabei vor allem auf die jährlich durchschnittlichen Konzentrationen von besonders feinem Feinstaub bis zu einer maximalen Größe von 10 Mikrometer. Diese Partikel sind seit Ende der 1990er Jahre als besonders gesundheitsgefährdend bekannt, da sie bis weit in das Lungengewebe vordringen und vermutlich sogar in den Blutkreislauf gelangen können.
Dabei hatten nicht nur Personen mit einer Partikelkonzentration oberhalb des EU-Grenzwerts eine signifikant geringere Lebenserwartung wegen des erhöhten Risikos von Lungenkrebs und Schlaganfall, sondern auch Personen, die einer Konzentration von Partikeln mit einer Größe von bis zu 2,5 Mikrometer ausgesetzt waren, die unterhalb des EU-Grenzwerts von 25 Mikrogramm pro Kubikmeter lag. Dies galt sogar auch dann, wenn die Partikelkonzentration unter der Marke von 20 Mikrogramm/Kubikmeter lag. Ob auch das Erkrankungs- und Sterblichkeitsrisiko für andere schwere Krankheiten der Atemwege und des Kreislaufs höher liegt, wird noch untersucht.

Statt der immer öfter insbesondere aus deutschen Städten mit ständigen Überschreitungen des aktuellen EU-Grenzwerts zu hörenden Forderung, diesen Wert noch zu erhöhen, wäre aus gesundheitlich-präventiver Sicht eigentlich eine Absenkung des Grenzwerts auf den WHO-Wert angemessen.

Die Studie Effects of long-term exposure to air pollution on natural-cause mortality: an analysis of 22 European cohorts within the multicentre ESCAPE project von Rob Beelen et al. ist am 9. Dezember 2013 im Fachjournal "The Lancet" als "eary online publication" erschienen. Ein Abstract ist kostenlos erhältlich.

Bernard Braun, 31.12.13