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Satte Gewinne mit gesundheitsriskanten Lebensmitteln

Artikel 0614 Die Umweltschutzorganisation Greenpeace ist jetzt mit einem Gutachten der Frage nachgegangen, wie viel Lebensmittelmärkte mit pestizidbelasteten Früchten und Gemüse verdienen und wie dieser Profit nach Verbrauchermeinung eingesetzt werden sollte. 268.000 Tonnen pestizidbelastete Ware werden laut Greenpeace jährlich im Handel angeboten im Wert von etwa 500 Millionen Euro. Damit verzehrt jeder deutsche Verbraucher im Durchschnitt über drei Kilogramm Obst und Gemüse, das nach dem Lebensmittelgesetz nicht verkehrsfähig ist. Dass die damit erzielten Gewinne bis zu 10 Millionen Euro im Jahr betragen, zeigte eine Berechnung aus der Verbraucherforschung sowie aktuelles staatliches und privates Datenmaterial zu Pestizidrückständen in Lebensmitteln.

Spitzenreiter der Produktpalette pestizidbelasteter Lebensmittel sind Paprika mit einem Warenwert von über 100 Millionen Euro, sowie Tafeltrauben, Tomaten und Äpfel mit zusammen 165 Millionen Euro. Besonders Paprika, Trauben und Tomaten sind häufig so hoch mit Spritzmitteln belastet, dass staatliche Grenzwerte überschritten werden. "Mit nicht verkehrsfähigen Lebensmitteln werden den Verbrauchern Millionenbeträge aus der Tasche gezogen", erklärte Martin Hofstetter, Agrarökonom von Greenpeace. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, gesetzliche Regeln zu schaffen, um den Lebensmittelketten diese Unrechtsgewinne aus dem Verkauf von pestizidbelastetem Obst und Gemüse abzunehmen.

Dies ist eine Forderung, die von Verbrauchern nachhaltig unterstützt wird. Denn in einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag von Greenpeace bei einer repräsentativen Stichprobe von 1.036 Personen ab 14 Jahren zeigte sich:
• 86% der Deutschen sind dafür, dass Gewinne, die der Handel durch den Verkauf von zu stark mit Pestiziden belasteter Ware erzielt, ganz oder teilweise vom Staat eingezogen werden. Etwa die Hälfte der Befragten stimmte sogar dafür, den Gewinn komplett einzubehalten.
• 70% sind dafür, dass die Namen von Herstellern und Produzenten, die zu stark mit Pestiziden oder Schadstoffen belastetes Obst und Gemüse verkauft haben, von den Behörden grundsätzlich veröffentlicht werden.

Greenpace forderte, dass das eingezogene Geld in verbesserte staatliche Lebensmittelkontrollen fließt. Mindestens zwei Prozent vom Umsatz mit illegalem Obst und Gemüse sollten dafür abgeführt werden. Das entspräche derzeit etwa zehn Millionen Euro, die dem Verbraucherschutz zugute kämen. Martin Hofstetter macht noch auf einen weiteren negativen Effekt aufmerksam, wenn die Handelsketten die Unrechtsgewinne behalten dürfen: Großkonzerne wie Aldi, Edeka, Lidl, Metro, REWE und Tengelmann vermarkten 90 Prozent des Frischobstes und Gemüse. Saubere Anbieter wie Bio-Lebensmittel-Händler werden im Wettbewerb mit diesen Konzernen, die das Gesetz ignorieren, ebenso massiv benachteiligt wie Verbraucher. Anders als in Deutschland würden in Ländern wie Dänemark oder Großbritannien der Name einer Firma mitgeteilt, deren Produkte negativ aufgefallen sind.

Eine Modellrechnung für Deutschland - Dipl. Ing. agr. Martin Hofstetter: Unrechtmäßige Gewinne mit pestizidbelastetem Obst und Gemüse
Umfrage zu Pestiziden in Lebensmitteln 2007 - Umfrageergebnisse der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag von Greenpeace


Erst im Februar hatte Greenpeace aus Protest gegen stark mit Pestiziden belastetes Obst und Gemüse "Pestizid-Preise" an Supermärkte von REWE, Tengelmann und Edeka vergeben. Diese hatten im Supermarkt-Vergleich am schlechtesten abgeschnitten. Ein interner Bericht der Branche bestätigte später laut Greenpeace deren Untersuchungen. Im Supermarktvergleich wurden in acht Prozent der Obst- und Gemüseproben die Grenzwerte überschritten. Der Landesverband des Früchte-Import und -Großhandel Baden-Württemberg stellte nun in seinem Jahresbericht 2006 fest, dass sogar neun Prozent der Frischware aus konventionellem Anbau die gesetzlichen Pestizidhöchstmengen überschreiten.

Besonders brisant erscheinen die von Greenpeace in Supermärkten festgestellten Überschreitungen der Höchstwerte, weil die Bundesregierung zwischen 2004 und 2006 insgesamt 404 gesetzliche Pestizidgrenzwerte geändert hat, und dies überwiegend in Richtung höherer Toleranzwerte. 293 Mal (73 Prozent) wurden die erlaubten Belastungsgrenzen erhöht und nur in 111 Fällen (27 Prozent) gesenkt. Im Schnitt waren dabei die Erhöhungen anderthalb Mal höher als die Absenkungen.
Hier ist die von Greenpeace erstellte Übersicht: Pestizide am Limit II - Veränderungen von Höchstmengen für Pestizide in pflanzlichen Erzeugnissen in Deutschland 2004-2006, Recherchebericht für Greenpeace e.V.

Gerd Marstedt, 6.3.2007