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Verkehrsbedingte Luftverschmutzung und Lungenfunktionsdefizite: Zusammenhang bei der Lungenentwicklung erhärtet!

Artikel 0520 In vielen früheren Studien (siehe dazu auch weiter unten) wurde bereits festgestellt, dass Defizite der Lungenfunktion bei Erwachsenen bis hin zu ihrer Erkrankung und einem dadurch bedingten frühzeitigen Tod mit der Belastung durch allgemeine oder auch speziell verkehrsbedingte Luftverschmutzung zusammenhängen können. Mit dem Hinweis auf so genannte Confounder wie beispielsweise dem Rauchen oder längeren Arbeitszeiten im Bereich von luftverschmutzenden Abgasen wurde aber oftmals der Zusammenhang stark relativiert und vor massiven spezifischen Präventionsmaßnahmen und Interventionen zurückgeschreckt.

Mit den Ergebnissen einer jetzt gerade in der Fachzeitschrift "Lancet" veröffentlichten über 8 Jahre durchgeführten Studie bei kalifornischen Kindern, die beim Start der Untersuchungen 8-10 Jahre alt waren, wird aber der kausale Zusammenhang massiv erhärtet.
In der Studie "Effect of exposure to traffic on lung development from 10 to 18 years of age: a cohort study" von James Gauderman et al. (The Lancet, Jan. 26, 2007; online edition) wurden 3.677 Kinder in 12 Gemeinden im südlichen Kalifornien in Gruppen eingeteilt, die sich nach der Entfernung zu einer Hauptverkehrsstraße (freeway/motorway) unterschieden. Eine Gruppe wohnte in einer Entfernung von höchstens 500 m und eine andere mindestens 1.500 m von dieser Straße entfernt. In beiden Gruppen wurden regelmäßig bis zum 18. Lebensjahr Lungenfunktionsprüfungen durchgeführt. In dieser Zeit entwickelt sich die Lunge und ihre Funktion und damit das Ausgangspotenzial für den Rest des Lebens auf die dann weitere Belastungen aufsetzen und wirken. Unabhängig von der teilweise unterschiedlichen allgemeinen Luftverschmutzung ergaben die Messungen eindeutig, dass die näher an der Autobahn wohnenden Kinder mit 18 Jahren ein erhebliches Lungenfunktionsdefizit aufwiesen. Die Kinder, die in größerer Distanz zur Verkehrsader lebten, hatten dagegen keine oder wesentlich geringere Defizite. Interessant ist auch die geringe Auswirkung des lokalen Verkehrs auf die Lungenfunktion.

Die Forscher beenden ihre Studie ausnahmsweise nicht mit dem geläufigen Hinweis, weitere Forschung müsse das Ergebnis erhärten (abgesehen von der Forderung die Lungen dieser Personen auch im weiteren Lebensverlauf weiter zu untersuchen), sondern fordern, ihre Ergebnisse bei der Planung von Wohnvierteln, Schulen und Straßen und der räumlichen Distanzen konkret zu berücksichtigen.

Wie bereits erwähnt, werden damit andere, schon vor Jahren veröffentlichten Studien über die negativen Wirkungen von verkehrsbedingter Luftverschmutzung bestätigt. Dazu gehört etwa die 2002 ebenfalls in "Lancet" erschienene niederländische Studie "Association between mortality and indicators of traffic-related air pollution in the Netherlands: a cohort study" von Hoek et al. (The Lancet 2002; 360:1203-1209), die in einer zwischen 1986 und 1994 durchgeführten Kohortenstudie mit 5.000 Personen herausfand, dass die Luftverschmutzung in der Nähe von Hauptverkehrsstraßen eindeutig die Lebenserwartung der Exponierten verkürzte.

Ein auch 2002 in "Lancet" veröffentlichter Review zu den damals vorliegenden epidemiologischen Studien über Luftverschmutzung ("Air pollution and Health" von Brunekreef und Holgate in [Lancet 2002; 360: 1233-42], der als 10-seitige PDF-Datei erhältlich ist quantifizierte das Sterblichkeitsrisiko von Luftverschmutzung im allgemeinen und das der verkehrsbedingten Luftbelastung: Für die Niederlande waren dies um diesen Zeitpunkt 2.100 Tote und damit zweimal so viel, wie dort damals bei Verkehrsunfällen starben. Für Österreich, Frankreich und die Schweiz schätzten die Forscher etwas mehr als jährlich 20.000 Tote durch Verkehrs-Luftverschmutzung - bei insgesamt 40.000 Toten durch die gesamte Luftverschmutzung. Wenn man berücksichtigt, dass in etwa nochmal dieselbe Anzahl von EinwohnerInnen der drei Staaten an schweren durch Luftverschmutzung bedingten Atemwegserkrankungen erkrankten, wird das relative Gewicht der Luftverschmutzung bei der gesamten Krankheitslast einer Bevölkerung erst richtig deutlich. Der Aufsatz enthält nicht nur den angestrebten Überblick zur wissenschaftlichen Literatur zu diesem Thema, sondern eine auch heute noch nützliche internationale Übersicht zu Quellen, in denen man weitere nützliche Informationen zum Thema findet.

Leider ist der aktuelle Aufsatz von Gaudermann et al. nicht kostenlos erhältlich. Sie erhalten aber das Abstract des Aufsatzes "Effect of exposure to traffic on lung development from 10 to 18 years of age: a cohort study" hier.

Bernard Braun, 29.1.2007