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Epidemiologie
Gesundheitsverhalten (Rauchen, Ernährung, Sport usw.)


Weniger fettes Essen=weniger Herzinfarkttote!? Beispiel für von Beginn an fehlende Evidenz für zu einfache Gesundheitsempfehlungen (4.7.16)
"Die Studie zum Sonntag" - Frauen, die mehr als 1x pro Woche in einen Gottesdienst gehen, leben länger und gesünder (22.5.16)
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"Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute wächst so nah": Raps- statt Olivenöl oder Beispiel für die Grenzen von Studien! (4.2.15)
Wie wirken sich viele kürzere Episoden von Arbeitslosigkeit auf Gesundheit und Gesundheitsverhalten aus? Sehr unterschiedlich! (30.11.14)
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Mythos "gesunde Ernährung ist teuer" oder "zu teuer" - Metaanalyse: Wie viel teuerer als ungesündeste ist sie wirklich? (30.12.13)
Auch "Halbgötter oder -engel in weiß und grün" sind Menschen: Gesundheitsverhalten und Lebensstil von Ärzten und Pflegekräften (23.1.13)
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1953, 1971, 2011: US-Soldaten (sterben) mit immer gesünderen Gefäßen. Ursachen: Gesünderes Verhalten oder Selektion?! (29.12.12)
"Schluss mit dem Rauchen" - aber wie am besten und wirkungsvollsten? (25.12.12)
Auch wer nur noch "ein paar Zigaretten zum Abgewöhnen" raucht hat ein hohes gesundheitliches Risiko für plötzlichen Herztod. (12.12.12)
Warum ist Schottland der "kranke Mann" Europas, war das immer so und sind Whisky sowie frittierte Schokoriegel die Hauptursachen? (25.11.12)
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Wenn das "Beste" mehr Schlechtes als Gutes bringt. Unerwartete Effekte der Reduktion von Salz. (11.11.12)
Erneut kein signifikanter Nutzen "gekaufter Gesundheit": Magnesium bei Muskelkrämpfen von älteren Personen und Schwangeren. (29.10.12)
Vorsicht Patentrezept: 11 Jahre Life-Style-Veränderung (Ernährung und Bewegung) von Diabetikern ohne "harten" Erfolg (23.10.12)
Wer viel sitzt, ist länger tot (13.9.12)
Antioxidative Nahrungsergänzungsmittel von Vitamin A bis Selen: Nicht nur nutzlos, sondern zum Teil sogar lebensverkürzend (25.3.12)
Wirkungen von Massenmedien-Kampagnen für körperliche Aktivitäten: Mehrheitlich ohne verhaltensändernde Wirkung, selten evaluiert (29.1.12)
Starke, durchgängige und dosisabhängige Assoziation zwischen Passivrauchen und Schlaganfallrisiko (29.1.12)
Probiotika können präventiv gegen akute Erkältungskrankheiten helfen - schwach, möglicherweise nicht bei jedem und ob als Joghurt? (22.9.11)
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Rauchen und Passivrauchen - ein Risiko auch für psychische Erkrankungen? (10.9.10)
Wer nutzt und wer versteht die Kennzeichnungen von Lebensmittel-Produkten? (5.8.10)
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Schweizer Studie: Mehr Schulsport wirkt sich gesundheitlich überaus positiv aus (30.4.10)
Steuer auf Junk Food: gut für die Gesundheit (26.3.10)
Sport und körperliche Bewegung: Studien belegen erneut die gesundheitsförderliche Wirkung bei Älteren (22.3.10)
Ein gesunder Lebensstil ist zur Prävention von Diabetes effektiver als Medikamente (21.2.10)
Persönliche Konzepte von Gesundheit und gesunder Ernährung sind in der Mittelschicht andere als in der Unterschicht (13.1.10)
Körperliche Fitness in der Adoleszenz zeigt starke Zusammenhänge zu beruflichem Erfolg und Sozialstatus im Erwachsenenalter (3.12.09)
"Rauchende Colts" - Warum zerstörte "British American Tobacco" 1992 in den USA, Kanada und Australien 60 firmeneigene Dokumente? (2.12.09)
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Vom Elend der Versuche, sich "am Riemen zu reißen" und mit dem Rauchen aufzuhören: Sucht - und kein Life-Style (7.7.09)
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Schwangerschaft und Rauchen: Nützt es, noch während der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuhören? (27.3.09)
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Alkoholgenuss in Spielfilmen und Werbespots regt Zuschauer vermehrt zum Konsum alkoholischer Getränke an (9.3.09)
Egal, ob Atkins- oder Ornish-Diät, Weight Watchers oder Mittelmeerkost: Wichtig ist allein eine kalorien-reduzierte Ernährung (28.2.09)
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Finnische Verlaufsstudie: Rauchen im höheren Lebensalter senkt Lebensqualität und Lebenserwartung nachhaltig (1.11.08)
Antioxidative Nahrungsergänzungsmittel fast sämtlich nicht zur Prävention von Darmkrebs tauglich oder sogar potenziell gefährlich (1.11.08)
Gesundheit steckt an - Nichtrauchen kein einsamer Entschluss (28.5.2008)
Zu wenig Schlaf und zu viel Schlaf hängt gleichermaßen zusammen mit gesundheitlich riskanten Verhaltensweisen (12.5.2008)
Sport und körperliche Aktivität: Nicht nur abhängig von individueller Motivation, sondern auch von Rahmenbedingungen im Stadtteil (3.4.2008)
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Das Ernährungsverhalten wird selbst bei Patienten mit Bluthochdruck kaum durch medizinische Empfehlungen beeinflusst (17.2.2008)
18 Studenten/innen essen vier Wochen nur Junk-Food - "Supersize me" unter strenger wissenschaftlicher Kontrolle (14.2.2008)
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Körperliche Bewegung + Nichtrauchen + mäßig Alkohol + gesunde Ernährung = Gewinn an 14 Jahren Lebenserwartung (8.1.2008)
Gesundheitswissenschaftliches zum Fest der Liebe: Wangenkuss birgt geringeres Gripperisiko als Händeschütteln (21.12.2007)
"Overfed but undernourished": Gesunde Ernährung wird auch durch hohe Preise für kalorienarme Lebensmittel beeinträchtigt (10.12.2007)
Sportliche Aktivität bewirkt schulischen und beruflichen Erfolg? Oder lieben Erfolgsmenschen Sport und Wettbewerb? (14.11.2007)
Gesundheitliche Aufklärung: Wenig ist angekommen, zumindest bei australischen Jugendlichen (15.10.2007)
Kurze Schlafdauer verdoppelt das Sterblichkeitsrisiko - aber auch zu viel Schlaf ist problematisch (27.9.2007)
Ernährungsgewohnheiten in der Unterschicht: Die Differenzen zur Gesamtbevölkerung sind geringer als erwartet (16.7.2007)
"Soft Drinks": Nicht nur Dickmacher, sondern auch Mitverursacher von Diabetes (14.7.2007)
Armut und Alkohol in Russland: Fast jeder zweite Todesfall durch das Trinken hochprozentiger Parfüme, Reinigungsmittel (20.6.2007)
Wissenschaftler sind sich einig: Alkohol und Tabak sind schädlicher als Cannabis (23.3.2007)
Alkoholkonsum in Europa: Deutsche sind im Vergleich zu EU-Nachbarn eher moderate Trinker (16.3.2007)
Studienberichte über "gesunde Drinks": Finanzierungen durch die Industrie fördern positive Resultate (11.2.2007)
Alkoholbedingte Todesfälle stehen in Finnland bei den Todesursachen auf Platz 1 (31.1.2007)
Neues Themenheft zur Gesundheitsberichterstattung: "Körperliche Aktivität" (28.8.2005)

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Alkoholgenuss in Spielfilmen und Werbespots regt Zuschauer vermehrt zum Konsum alkoholischer Getränke an

Artikel 1506 Jugendliche, denen man Filme oder auch Werbespots zeigt, in denen Schauspieler genüsslich alkoholische Getränke zu sich nehmen, greifen in dieser Situation selbst auch lieber zu Bier oder Wein als zu Erfrischungsgetränken oder Mineralwasser. Dies hat jetzt eine experimentelle Studie gezeigt, die an der niederländischen Radboud University in Nijmegen durchgeführt wurde. Und zugleich wurde jetzt eine Meta-Analyse von 7 Längsschnitt- Studien veröffentlicht, die anhand der Daten von rund 13.000 Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen zeigt: Je häufiger diese im Fernsehen, im Kino oder in Zeitschriften Werbung für alkoholische Getränke sehen, desto mehr nehmen sie im Zeitverlauf auch selber alkoholische Getränke zu sich.

In der experimentellen Studie der Universität Nijmegen wurden 80 männliche Studenten im Alter von 18-29 Jahren gebeten, an einem Experiment teilzunehmen. Sie wurden dazu in einen Raum der Universität gebeten, dessen Einrichtung einer Bar glich. Dort sollten sie sich auf einem großen TV-Bildschirm einen Film anschauen und später, so wurde ihnen gesagt, einige Angaben machen über ihre Fernsehgewohnheiten zuhause. Während des Films konnten sie sich, so wurde ausdrücklich gesagt, aus einem Kühlschrank Getränke nehmen: Bier, Wein, Cola oder Orangensaft.

Tatsächlich ging es jedoch nicht um Fernsehgewohnheiten, sondern die Wissenschaftler wollten das Trinkverhalten beobachten, genauer: die Wahl alkoholischer oder nicht-alkoholischer Getränke. Dazu wurden die 80 Teilnehmer per Zufall einer von vier Gruppen zugeteilt, in denen unterschiedliches Filmmaterial dargeboten wurde. Gezeigt wurde entweder ein Spielfilm, in dem sehr viele oder auch sehr wenig Szenen zu sehen waren, in denen Darsteller Alkohol tranken. Es handelte sich um "American Pie 2" (mit vielen Alkohol-Szenen) und um "40 Days and 40 Nights", ein Film mit sehr wenig Alkohol-Szenen. Weiterhin wurde der Spielfilm zweimal für Werbung unterbrochen, wobei in ähnlicher Weise in zwei Gruppen Werbeclips für alkoholische Getränke gezeigt wurden und in zwei anderen Gruppen solche mit neutralem Inhalt.

Protokolliert wurde, welche Getränke und wie viele die Studenten in den vier Präsentationsgruppen zu sich genommen hatten. In der Auswertung zeigte sich dann: Die Präsentation des "Alkohol-Films" zusammen mit Werbespots für alkoholische Getränke führte dazu dass in dieser Gruppe doppelt so viel Bier oder Wein getrunken wurde (im Durchschnitt 3 alkoholische Getränke) wie in der anderen Extremgruppe, die den Film mit sehr wenig Alkohol-Szenen und neutraler Werbung gesehen hatte (1,5). Dieses Ergebnis bestätigte sich auch, wenn in einer multivariaten Analyse andere potentielle Einflussfaktoren kontrolliert wurden, wie zum Beispiel generelle Trinkgewohnheiten der Teilnehmer. Die Wissenschaftler heben hervor, dass damit zum ersten Mal im Rahmen einer experimentellen Studie der Imitations-Effekt für den Alkohol-Konsum nachgewiesen wurde.

Die Studie ist hier kostenlos im Volltext verfügbar: Rutger C. M. E. Engels u.a.: Alcohol Portrayal on Television Affects Actual Drinking Behaviour (Alcohol and Alcoholism, doi:10.1093/alcalc/agp003. This version published online on March 4, 2009)

In einer Meta-Analyse schon veröffentlichter Studien untersuchten zwei englische Wissenschaftler in ähnlicher Weise den Einfluss von Alkohol-Werbung in verschiedenen Medien auf das Trinkverhalten von Jugendlichen. In den sieben einbezogenen Längsschnittstudien waren Daten von insgesamt 13.000 Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen im Alter von 10-26 Jahren erfasst worden. Anhand von Befragungen wurde einerseits festgehalten, wie oft die Teilnehmer aufgrund ihres Fernseh- oder Leseverhaltens auch Alkoholwerbung sahen. Andererseits wurde auch das Trinkverhalten und der Alkoholkonsum erfasst. Als übereinstimmendes Ergebnis der Studien zeigte sich: Auch dann, wenn die Teilnehmer zu Beginn der verschiedenen Längsschnittuntersuchungen nur wenig Alkohol tranken, so erhöhte sich die Menge im Zeitverlauf und zwar parallel zur Anzahl der wahrgenommenen Inserate, Filme oder TV-Spots mit Alkohol-Werbung.

Auch diese Studie ist im Volltext frei verfügbar: Lesley A Smith, David R Foxcroft: The effect of alcohol advertising, marketing and portrayal on drinking behaviour in young people: systematic review of prospective cohort studies (BMC Public Health 2009, 9:51doi:10.1186/1471-2458-9-51)
Hier ist ein Abstract der Studie

Gerd Marstedt, 9.3.09