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Epidemiologie
Ältere, Altersaspekte


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Mehr oder weniger körperliche Bewegung nach der Verrentung? Maßgeblich ist die vorherige Aktivität im Berufsleben

Artikel 1633 "Keine Zeit" ist ein häufig geäußertes Argument, wenn es darum geht, aus gesundheitlichen Gründen im Alltag mehr Sport und körperliche Bewegung zu haben. Mit Eintritt in die Rente sollte dieses Argument dann allerdings entfallen. Ob man tatsächlich bei Rentnerinnen und Rentnern solche Verhaltensänderungen feststellen kann, hat eine US-amerikanische Längsschnittstudie jetzt untersucht. Die Analyse erbrachte keine einheitlichen Befunde: Nach einer körperlich anstrengenden Berufstätigkeit sinkt das Ausmaß körperlicher Bewegung, nach einer sitzenden, wenig belastenden Arbeit zeigt sich ein Anstieg.

Die Längsschnitt-Studie basiert auf Daten der US-amerikanischen "Health and Retirement Study", einer 1992 begonnenen Verlaufsstudie, in der eine repräsentative Stichprobe älterer Bürgerinnen und Bürger der Geburtsjahrgänge 1931-1947 mehrere Male im Abstand von zwei Jahren zu Aspekten wie Arbeit und Rente, Gesundheit und Freizeit telefonisch befragt wurden. Berücksichtigt wurden Daten aus den Jahren 1996 bis 2002, kurz vor und kurz nach der Berentung. Die Datenanalysen basieren auf Informationen von etwa 11.500 Studien-Teilnehmern. Fragestellung war: Wie verändert sich der Lebensstil und insbesondere die körperliche Aktivität nach der Verrentung? Zeigen sich hier Unterschiede in Abhängigkeit von der vorherigen Arbeit und insbesondere den dort vorherrschenden körperlichen Belastungen?

Die zentrale abhängige Variable, das Ausmaß körperlicher Aktivität wurde mit folgender Frage erfasst: "Haben Sie in den letzten 12 Monaten zumeist dreimal oder öfter pro Woche Sport getrieben oder anstrengende körperliche Aktivitäten betrieben? Mit anstrengende körperliche Aktivitäten meinen wir Sport, schwere Hausarbeit oder körperlich anstrengende berufliche Aufgaben?" Alle Teilnehmer wurden je nach ihrer Tätigkeit vor der Verrentung einer von zwei Gruppen zugeordnet: Sitzende Arbeit oder körperlich anstrengende Arbeit. Weiterhin in den Telefon-Interviews erfasst und in der Analyse berücksichtigt wurden der Gesundheitszustand, chronische Erkrankungen, das Bildungsniveau, der mit verschiedenen Fragen erfasste materielle Wohlstand, Rasse und Geschlecht.

Zentrale Ergebnisse der "multivariaten" Analyse (in der alle genannten potentiellen Einflussfaktoren zugleich mitberücksichtigt wurden), waren dann:
• Betrachtet man die Gesamtgruppe, so zeigt sich keinerlei Effekt des Renteneintritts auf Veränderungen im Niveau körperlicher Aktivität. Hintergrund dafür ist, dass man in Untergruppen extrem gegenläufige Tendenzen beobachten kann.
• Während Rentnerinnen und Rentner, die früher eine körperlich sehr anstrengende Tätigkeit innehatten, nach Ende der Berufstätigkeit nur noch sehr wenig körperliche Bewegung haben, ist dies bei Gruppen, die früher eine überwiegende sitzende und körperlich nicht anstrengende Tätigkeit ausgeübt haben, genau umgekehrt.
• Unabhängig davon bzw. zusätzlich und verstärkend zeigt sich auch ein Einfluss des materiellen Wohlstands: Bei eher ärmeren Bevölkerungsgruppen sinkt noch einmal das Ausmaß an körperlicher Aktivität. In wohlhabenderen Gruppen zeigt sich kein Effekt.

Dass Rentnerinnen und Rentner, die früher eine körperlich sehr anstrengende Tätigkeit innehatten, nach Ende der Berufstätigkeit nur noch sehr wenig körperliche Bewegung haben, hängt einerseits damit zusammen, dass ihr beruflich veranlasstes (und oft erzwungenes) hohes Aktivitäts-Niveau nun entfällt und dies andererseits nicht kompensiert wird durch freiwillige und in der Freizeit umgesetzte, körperlich anstrengende Beschäftigungen wie Sport oder Gartenarbeit. Umgekehrt gelingt es jedoch vielen früheren Angestellten bzw. Erwerbstätigen mit niedrigen Belastungen im Job mit Eintritt in die Rente, einen körperlich aktiveren Lebensstil zu führen. Woran dies liegt und welche Konzepte zur Gesundheitsförderung geeignet wären, diese besondere Problematik für frühere Arbeiter und materiell weniger gut gestellte Rentner/innen zu lösen, bedarf weiterer Forschungsarbeit.

Zur Studie gibt es kostenlos lediglich ein Abstract: Sukyung Chung, Marisa E. Domino, Sally C. Stearns, Barry M. Popkin: Retirement and Physical Activity: Analyses by Occupation and Wealth (American Journal of Preventive Medicine, Volume 36, Issue 5, May 2009, Pages 422-428)

Gerd Marstedt, 30.8.09