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Ältere US-Bürger mit intensiven sozialen Kontakten weisen einen deutlich schwächeren Gedächtnisverlust auf

Artikel 1278 Seniorinnen und Senioren, die häufiger soziale Kontakte pflegen, mit Nachbarn, Freunden oder in einem Verein, weisen einen deutlich geringeren Abbau der altersbedingt nachlassenden Gedächtniskapazität auf im Vergleich zu eher isoliert lebenden Älteren. Dieses Ergebnis einer über 6 Jahre dauernden Langzeitstudie bei fast 17 Tausend Männern und Frauen im Alter über 50 wurde jetzt in der Zeitschrift "American Journal of Public Health" veröffentlicht.

Schon frühere Studien hatten Hinweise ergeben, dass fehlende soziale Kontakte mit Erkrankungen wie Alzheimer oder Demenz im Zusammenhang stehen könnten. Eine Forschungsgruppe an der Harvard School of Public Health (Boston, USA) führte nun jedoch erstmals im Rahmen einer großen repräsentativen Stichprobe älterer US-Amerikaner eine Studie durch, die diesen Zusammenhang im Längsschnitt-Vergleich analysierte. Insgesamt viermal wurden die 16.638 Männer und Frauen in den Jahren 1998 bis 2004 befragt.

Dabei wurde neben sozialstatistischen Merkmalen besonders das Sozialverhalten in einem Fragebogen untersucht. Für häufige Kontakte mit Nachbarn, Freunden, Verwandten oder Arbeitskollegen gab es dabei dann ebenso Punkte wie für die Mitarbeit in einem Verein, einer Kirche oder Partei oder für andere ehrenamtliche Tätigkeiten. Jeder Studienteilnehmer erhielt dann 0-5 Punkte, je nachdem, wie intensiv seine sozialen Kontakte ausfielen. Darüber hinaus wurden auch die Gedächtnisleistungen bei diesen Erhebungen geprüft. Nach dem Vorlesen von 10 Wörtern sollten diese wiederholt werden, einmal direkt nach dem Vorlesen und noch einmal 5 Minuten später, nachdem man abgelenkt wurde und andere Fragen beantworten musste.

In der statistischen Analyse zeigte sich dann.
• Der durchschnittliche Punktwert für die Gedächtnisleistungen verschlechterte sich innerhalb des sechsjährigen Untersuchungszeitraums und sank in der Gesamtgruppe im Durchschnitt von 11,0 Punkten im Jahren 1998 auf 10,0 Punkte 2004.
• Personen, die zu Beginn der Studie ein höheres Maß an Sozialkontakten hatten, wiesen dabei jedoch einen erheblich verlangsamten Abbau der Gedächtnisleistungen auf.
• Bei jener Gruppe mit den geringsten Kontakten war die Verschlechterung der Gedächtnisleistungen doppelt so groß wie bei der Gruppe mit den meisten Kontakten.
• Am stärksten zeigte sich dieser Zusammenhang für Studienteilnehmer mit einer niedrigen Schulbildung.
• In der Analyse berücksichtigt wurden auch andere Faktoren, die für einen Gedächtnisverlust maßgeblich sein können, wie insbesondere Gesundheitszustand und Erkrankungen.

Zwar ist es grundsätzlich möglich, diskutieren die Wissenschaftler ihre Befunde, dass der Verursachungsmechanismus auch umgekehrt verläuft und Ältere sich besonders dann sozial zurückzuziehen und isolieren, wenn sie merken, dass ihre intellektuellen Fähigkeiten nachlassen. Im Rahmen einer Verlaufsanalyse spezieller Gruppen mit besonders hohem oder schnellem Gedächtnisverlust ergaben sich aber keine Hinweise, die diese Interpretation plausibel machen. Von daher erscheint es für die Forscher sehr viel wahrscheinlicher, dass das Ausmaß sozialer Kontakte und die damit einhergehenden Anforderungen Ursache sind für das mehr oder weniger gute Funktionieren intellektueller Leistungen im höheren Lebensalter. Der Befund erscheint ihnen auch gesundheitspolitisch und für Public Health Maßnahmen überaus bedeutsam, wobei zukünftig zu erforschen wäre, welche Art von Sozialkontakt und Kommunikation besonders positive Wirkungen innehat.

Hier ist ein Abstract der Studie: Ertel Karen A. u.a.: Effects of social integration on preserving memory function in a nationally representative US elderly population (American Journal of Public Health, July 2008, Vol 98, No. 7, 1215-1220)

Gerd Marstedt, 25.6.2008