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Epidemiologie
Ältere, Altersaspekte


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Vertrauen: Ein zentraler Einflussfaktor für die Gesundheit Älterer

Artikel 1737 Der selbst bewertete Gesundheitszustand hat ganz zentrale Aussagekraft für die persönliche Gesundheit, für Erkrankungsrisiken und sogar die Mortalität. Bereits 1997 wies eine Bilanz von 27 Studien nach, dass diese Beurteilung zuverlässige Aussagen für die Lebenserwartung erlaubt und zum Teil sogar aussagefähiger ist als medizinische Diagnosen oder physiologische Risikofaktoren und Funktionswerte. In vielen späteren Studien wurde diese Aussagekraft der Selbsteinstufung (Wie würden Sie Ihren Gesundheitszustand im Allgemeinen beschreiben? Ausgezeichnet - sehr gut - gut - weniger gut - schlecht) noch einmal bestätigt.

Umso bedeutender sind die zentralen Ergebnisse einer finnischen Längsschnittstudie, die nachwies, dass das soziale alltägliche Vertrauen in andere Personen, das politische Vertrauen in Regierungen und das Vertrauen in Experten und Professionals bei älteren Menschen im Zeitverlauf in vielfältiger Weise mit dem selbst wahrgenommenen Gesundheitszustand im Zusammenhang steht.

Die Studie mit anfänglich 2.815 und bei einer nachfolgenden Kontrollerhebung noch 2.216 Senioren im Alter von 72-76, 62-66 und 52-56 Jahren, untersuchte über einen Zeitraum von drei Jahren mit Befragungen, ob das Vertrauen Älterer in andere Menschen und ob Veränderungen dieses Vertrauens im Zeitverlauf sich auf den Gesundheitszustand (Selbstbewertung) auswirken. Tatsächlich zeigten sich eine Reihe wichtiger und statistisch signifikanter Zusammenhänge:

• Insgesamt hatten jene StudienteilnehmerInnen, die ein durchweg hohes Vertrauensniveau hatten, auch nach Ausschluss verschiedener Einflüsse (Alter, Familienstand, Bildungsabschluss, Wohngegend) einen deutlich besseren Gesundheitszustand als die Vergleichspersonen mit niedrigem Vertrauen. Die Chancen für einen guten Gesundheitszustand (sogenanntes "Odds-Ratio") lagen in dieser Gruppe 1,4mal so hoch.

• Dieser Zusammenhang besteht besonders stark bei Männern (Odds-Ratio = 2,25). Die Wahrscheinlichkeit, als Person mit hohem Vertrauen in Nachbarn, Regierungen und Experten eine gute Gesundheit zu haben, lag auch nach einer statistischen Kontrolle mit den genannten Merkmalen immer noch 87 Prozent höher als in der Gruppe mit niedrigem Vertrauen. Bei Frauen fällt dieser Zusammenhang deutlich niedriger aus und ist statistisch nicht mehr signifikant.

• Als Erklärung für den teilweise engen Zusammenhang zwischen Veränderungen beim Vertrauen und dem selbst bewerteten Gesundheitszustand verweisen die Verfasser auf eine doppelseitige und umkehrbare Verbindung: Vertrauen beeinflusst Gesundheit und Gesundheit beeinflusst Vertrauen. Hohes Vertrauen ist in der untersuchten Personengruppe mit intensiver sozialer Partizipation verknüpft.

Insgesamt hat sich damit aus Public Health-Sicht Vertrauen als ein wichtiges Phänomen erwiesen und Regierungsvertreter ebenso wie Wissenschaftler und Ärzte sollten nicht durch inhaltlich fragwürdige Prognosen und Krisenszenarien mutwillig Vertrauen oder Vertrauensvorschüsse in der Bevölkerung in Frage stellen. In weiteren Längsschnittanalysen muss gleichwohl noch untersucht werden, ob derartige Zusammenhänge auch in anderen Altersgruppen, Regionen oder Ländern existieren.

Hier ist ein Abstract: Olli Nummela et al: The effect of trust and change in trust on self-rated health: A longitudinal study among aging people (Archives of Gerontology and Geriatrics (Volume 49, Issue 3, November-December 2009, Pages 339-342)

Bernard Braun, 14.2.10