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Epidemiologie
Ältere, Altersaspekte


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Können über 55-Jährige gesund und produktiv beschäftigt werden? Eine Frage, die bald beantwortet werden muss!

Artikel 0360 Auch wenn man sich das in Deutschland aktuell kaum vorstellen kann: Die Zeiten wo es nur in einer Minderheit von Betrieben Arbeitnehmer mit mehr als 50 Jahren gibt, werden als eine Wirkung des heftig beschworenen demografischen Umbaus bald vorbei sein. Allein um den Status quo der Produktion halten zu können, werden in wenigen Jahren erhebliche Teile der Erwerbsbevölkerung diesen Alters arbeiten müssen.
Dann wird aber auch eine heute mangels Notwendigkeit nur selten angesprochene Problematik extrem wichtig werden:
• Wie leistungsfähig und arbeitsfähig ist diese Altersgruppe und können diese Fähigkeiten verbessert werden?
• Welche spezifischen Fähigkeiten existieren bei älteren Arbeitnehmern und wie sieht die Komplementarität zu den anderen Fähigkeiten Jüngerer aus?
• Kommt man zu dem Schluss, dass Alterung nicht zwangsläufig Leistungsverlust und gesundheitliche Beeinträchtigung bedeutet, wie müssen dann Trainings aussehen, die z.B. für über 55-Jährige angeboten werden?

In den USA, wo der Anteil der über 55-jährigen Arbeiter an allen Erwerbstätigen für das Jahr 2014 auf mehr als 20 % geschätzt wird, ist gerade im Auftrag der American Association of Retired Persons (AARP) von Charness und Czaja der Forschungsbericht "Older Worker Training: What We Know and Don’t Know" erstellt worden.

Der Bericht beschäftigt sich mit zwei Themen:
• Welche Kenntnisse gibt es über die Zusammenhänge von Ausbildung und Fortbildung sowie Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit? Wie sieht die Fähigkeit älterer Erwachsener aus, neue Fähigkeiten zu erlernen und sich an andere Umgebungen anzupassen?
• Welche Themen und Fragen müssen angegangen werden um eine gesunde und produktive Beschäftigung für ältere Erwachsene zu fördern?

Wo es möglich ist, enthält der Bericht Leitlinien für Trainingprogramme für Ältere. Er stützt sich auf die Ergebnisse gründlicher Recherchen in der gerontologischen, psychologischen und humanwissenschaftlichen Literatur.
Alles in allem sind die Autoren auf dieser Basis optimistisch, dass Ältere viele der erwähnten Fähigkeiten mit spezifischer Unterstützung und Trainings erwerben können. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist aber, dass alle gesellschaftlichen Akteure u.a. durch derartige Berichte auf diese Herausforderung und ihre Wichtigkeit aufmerksam gemacht werden.

Hier finden Sie den 36-seitigen Bericht "Older Worker Training: What We Know and Don’t Know".

Bernard Braun, 2.12.2006