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Gesundheitssystem
Finanzierung und Kosten, Lohnnebenkosten


Verantwortungsvolle Gesundheitsfinanzierung: Verfahren und Gestaltung gleichermaßen wichtig (25.5.17)
Trotz Boom: Fast 40% atypisch Beschäftigte. Negative Folgen für die Finanzierung der Sozialversicherungsleistungen! (19.5.17)
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Mehr Gesundheitsausgaben, mehr Lebenszeit und Gesundheit oder auch weniger!? Interessantes aus OECD-/US-Bundesstaaten-Vergleichen (6.11.14)
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Neues und Fundiertes zur Kritik der schwarz-gelben Gesundheitspolitik (3.12.11)
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Neues aus der Bildungsforschung: Der besonders hohe Nutzen von Hochschulabsolventen für die Sozialbeiträge in Deutschland (22.9.11)
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Lasst die "Sau am besten im Stall"! Verbessert Kostenerstattung die Transparenz und steuert die Inanspruchnahme von Leistungen? (4.9.11)
Untergang oder Herausforderung! Was bedeuten Prognosen des Erwerbspersonenpotenzials für die Zukunft des deutschen Sozialsystems? (26.8.11)
Wer oder was gefährdet den Wirtschaftsstandort Deutschland jenseits von Lohnnebenkostensenkung? Beispiel Arbeitszufriedenheit! (13.8.11)
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"Optimale" feste Selbstbeteiligungenn der ambulanten Versorgung - Nicht der Stein der Weisen! (13.4.11)
Betriebliches Gesundheitsmanagement: "Geld spielt (k)eine Rolle!?" (4.3.11)
Unbequem, unethisch, tabuisiert: Haben KZ-Selektionsrampen, Euthanasie und die Priorisierung im Gesundheitswesen etwas gemein? (31.1.11)
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Trotz Aufschwung: Auch 2010 stagniert die Bruttolohnquote als eine Basis der GKV-Einnahmen auf dem erreichten niedrigen Niveau (5.12.10)
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Gesundheits-Markt-Expertise der Deutschen Bank (2.6.10)
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Fakten zum Umfang und den Auswirkungen von Produktionsverlagerungen ins Ausland: Sind die Lohnnebenkosten "schuld" und woran?

Artikel 0361 Eines der scheinbar evidenten und entwaffnenden Argumente mancher gesundheits- und sozialpolitischen Debatte ist die u.a. durch die Lohnnebenkosten motivierte Auslagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland und die damit angeblich zwangsläufig entstehenden Wohlfahrtsverluste.

Dass dieser Zusammenhang nicht zwangsläufig ist, zum Teil auch qualitativ anders aussieht als die dramatische Inszenierung glauben machen will und damit auch ein Teil der Dramatik nicht berechtigt ist, zeigt eine Untersuchung der "Deutschen Bundesbank", die in der Septemberausgabe 2006 ihres "Monatsberichts" veröffentlicht wurde.
Unter dem sperrigen Titel "Die deutschen Direktinvestitionsbeziehungen mit dem Ausland: neuere Entwicklungstendenzen und makroökonomische Auswirkungen" kommen die Volkswirte der Bank zu einigen interessanten Feststellungen:

• Einerseits: "Seit Beginn der neunziger Jahre hat die Kapitalverflechtung der deutschen Wirtschaft stark zugenommen" womit sich "die Frage nach den Auswirkungen...auf das Inland" stellt.
• Andererseits: "Die...empirischen Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass die Direktinvestitionen heimischer Unternehmen im Ausland langfristig gesehen nicht zulasten der Investitionen in Deutschland gehen. Auch bedeutet der Aufbau von Beschäftigung bei Niederlassungen im Ausland - gesamtwirtschaftlich betrachtet - keinen Verlust an Arbeitsplätzen hierzulande."

Diese ausgewogene und entdramatisierende Bewertung bedeutet selbstverständlich nicht, dass es einzelbetrieblich, in bestimmten Regionen oder Branchen und vor allem kurzfristig nicht wesentlich härtere Auswirkungen von Produktionsverlagerungen geben kann. Diese Untersuchungen zeigen aber zusammen mit den seriösen empirischen Analysen des tatsächlichen Geschehens bei Produktionsverlagerungen und -rückverlagerungen, wie vorsichtig und differenziert man bei gesamtgesellschaftlichen Reaktionen auf solche Entwicklungen vorgehen muss.
Studien seriöser wissenschaftlicher Institute wie vor allem die Analysen des Fraunhofer Instituts Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI) u.a. für das Bundesministerium für Finanzen über "Produktionsverlagerungen ins Ausland und Rückverlagerungen" aus dem Jahre 2004 (Kinkel/Lay/Maloca) zeigen nämlich mehrerlei:

• Es gibt eine gewaltige Kluft zwischen Abwanderungsankündigungen und tatsächlicher Verlagerung von Arbeitsstätten ins Ausland.
• Zwischen 2001 und 2003 (dem letzten untersuchten Jahr) hat ein Viertel aller Betriebe aus den Kernbranchen des Verarbeitenden Gewerbes Teile der Produktion ins Ausland verlagert. Dieser Wert bewegt sich seit 1995 zwischen 17 und 27 %.
• Andererseits gibt es auch Betriebe, die ihren Standort wieder komplett oder teilweise wegen der im Ausland auftretenden Qualitäts- oder Absatzprobleme nach Deutschland zurückverlagern. Dabei handelt es sich um rund 4 % aller Betriebe dieses Gewerbes.
• Auch wenn bei 85 % der Verlagerungen die "Kosten der Produktionsfaktoren" ein wichtiges Motiv waren, lag ihnen in diesem Jahrzehnt zunehmend ein "Mix verschiedener Gründe" (u.a. Markterschließungsgründe) zugrunde.

Hier erhalten Sie als PDF-Datei die 70-seitige Langfassung des ISI-Forschungsberichts "Produktionsverlagerungen ins Ausland und Rückverlagerungen"

Bernard Braun, 3.12.2006