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Patienten
Gesundheitsversorgung: Analysen, Vergleiche


Regelmäßige Übersicht zu Veröffentlichungen über Multimorbidität und multiple chronische Erkrankungen (7.10.16)
Immer noch eingeschränktes Interesse an der Quantität und Qualität von Transparenz über Interessenkonflikte in Chirurgiestudien (29.4.16)
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Sicher nutzlos aber verbreitet: Krebsfrüherkennung bei Alten und Kranken (25.10.14)
"People-centred health systems" - Gesundheitssysteme à la Afrika, Südamerika oder Indien (6.10.14)
Große regionale Versorgungsunterschiede in den OECD-Ländern (10.9.14)
Lehrbuch "Sozialmedizin - Public Health - Gesundheitswissenschaften" oder "Darf's ein bißchen mehr sein!?" (24.8.14)
Machen zuckerhaltige Getränke dick? (12.2.14)
Altes und Neues über Arbeitsbedingungen von Pflegekräften und Behandlungsqualität am Beispiel von 27 hessischen Akutkrankenhäusern (26.1.14)
Profit vor Evidenz - englische Alkoholindustrie verhindert Mindestpreis für Alkohol (21.1.14)
Was kosten multiresistente Bakterien wirklich und wie gefährlich ist es, kein Antibiotikum-" Ass mehr in der Hinterhand" zu haben? (31.8.13)
Deutschland-OECD-Vergleich im Doppelpack: Weit verbreitete Überversorgung mit stationären Strukturen und Leistungen in Deutschland (7.4.13)
Nur für 11% von 3.000 Behandlungsleistungen liegt Evidenz für Nutzen vor - bei 50% weiß man gar nichts. (3.3.13)
"Generation Zahnspange": Wie notwendig, nützlich oder belastend ist die kieferorthopädische Behandlung aus Betroffenensicht?! (13.10.12)
Amerikanische Ärzte zweifeln an der Glaubhaftigkeit Pharma-gesponserter Arzneimittelstudien (30.9.12)
Studie belegt: ADHS wird zu häufig und zu selten diagnostiziert - beides! (7.6.12)
Licht und Schatten: Wissen der Bevölkerung um Evidenzbasierte Medizin - sehr schlechte Noten: Ärzte bei Über- und Unterversorgung (11.3.12)
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Conditional Cash Transfer für sehr arme Menschen in Mexiko - erwünschte Nebenwirkung: weniger Depressivität (10.1.12)
Zu kurze Liegezeiten können gefährlich werden (4.1.12)
Amerikanische Kardiologen: Geld beeinflusst die Indikationsstellung für Belastungsuntersuchungen (22.11.11)
Eine Frage der Ehre? Honorary authorship und ghost authorship noch immer weit verbreitet (5.11.11)
Less is more: 6,76 Mrd. Dollar für die "Top 5" der überflüssigen Maßnahmen in der US-Primärmedizin (13.10.11)
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24% aller Todesfälle bei den mit weniger als 75 Jahren Verstorbenen in 16 Ländern wären vermeidbar gewesen! (28.9.11)
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Spät aber endlich! Mehr Transparenz über die regionale gesundheitliche Versorgung in Deutschland. (31.8.11)
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Das Nebeneinander von Hungersterblichkeit und des Verderbens eines Drittels aller weltweit produzierten Nahrungsmittel (21.5.11)
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Warum sterben so wenig Berliner, Bremer und Hamburger am Herzinfarkt? - Überraschungen aus dem "Herzbericht 2005" (9.1.2007)
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Risiken und Nebenwirkungen der "for-profit"-Gesundheitsversorgung in den USA und Kanada

Artikel 0440 Unerwartet offen und zielstrebig untersuchen und vergleichen nordamerikanische Gesundheitswissenschaftler den gesundheitsbezogenen Outcome von "for-profit"- und "not-for-profit"-Einrichtungen in unterschiedlichen Versorgungsbereichen.

Bereits im Mai 2002 veröffentlichte eine kanadische Forschergruppe um Devereaux im "Canadian Medical Association Journal (CMAJ) die als PDF-Datei erhältliche Untersuchung: "A systematic review and metaanalysis of studies comparing mortality rates of private for-profit and private not-for-profit hospitals". Nach der Analyse von meist in den USA durchgeführten Studien über die Verhältnisse in mehr als 26.000 Krankenhäusern mit rund 38 Millionen Patienten, kommen die Wissenschaftler zum statistisch signifikanten Schluss, "that private for-profit ownership of hospital, in comparison, with private not-for-profit ownership, results in a higher risk of death for patients." Bei ihren Versuchen, diesen harten Sachverhalt zu erklären, führen Devereaux et al. vor allem den aus der Profiterzielungsdynamik entspringenden finanziellen und organisatorischen Druck auf die Versorgungsbedingungen an. Auch wenn man die Ergebnisse nicht 1:1 auf ein anderes Gesundheits- und Sozialsystem übertragen kann, scheinen Profitinteressen also eine nachweisbare, fühlbare und vor allem äußerst unerwünschte Auswirkung zu haben.

Dies bestätigt letztlich ein Überblicksaufsatz über die in mehreren Teilen Kanadas durchgeführten Studien zur Versorgungsqualität von Langzeitpflege (long-term care) in wiederum profit- und nichtprofitorientierten Einrichtungen. Deren Ergebnisse sind unter dem Titel "For-profit versus not-for-profit delivery of long-term care" in der Januarausgabe 2007 des CMAJ erschienen und als PDF-Datei herunterladbar. Dabei muss man wissen: In Kanada findet im Moment eine praktische politische Debatte darüber statt, ob öffentliche Gelder eher für die Pflege in gewinn- oder nicht-gewinnorientierten Pflegeeinrichtungen ausgegeben werden sollen. Das Nebeneinander beider Varianten wird als eine Art natürliches Laboratorium genutzt.

Eines der wichtigsten Ergebnisse der Studien lautet: Beim Vergleich von 6 pflegesensitiven Ereignissen oder Diagnosen wie beispielsweise einer Lungenentzündung oder einer Dehydration und damit verbundenen Krankenhauseinweisungen traten diese nach einer Reihe von Adjustierungen und dem Ausschluss mehrerer potenzieller Confounder deutlich häufiger in gewinnorientierten Pflegeeinrichtungen auf als in nicht-gewinnorientierten. Die unterschiedlichen gesundheitlichen Ergebnisse wurden zum Teil durch die Verbindung mit Akutkrankenhäusern aber auch noch durch die Unternehmensform (Einzeleinrichtung oder Mitglied einer Kette) beeinflusst.

Bei allen noch weiter zu klärenden Determinanten von Unterschieden im einzelnen sehen die Autoren des Überblicks aber aufgrund der kanadischen Daten Evidenz, "that public investment in not-for-profit, rather than for-profit, delivery of long-term care results in more staffing and improved care outcomes for residents."

Bernard Braun, 2.1.2007