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Patienten
Gesundheitsversorgung: Analysen, Vergleiche


Häufigkeit unerwünschter Behandlungsereignisse sinkt - mindestens in Großbritannien (15.12.17)
Grenzen des Zugangs zur gesundheitlichen Versorgung von objektiv Bedürftigen im "sozialen Europas" größer als erwartet. (16.11.17)
Ein schwacher Trost!? Wenn man Gedächtnisprobleme merkt, ist die Gefahr einer finalen Demenzerkrankung relativ gering. (13.10.17)
Falsches Wissen 2 - bei Patienten weit verbreitet (13.4.17)
Falsches Wissen 1 - bei Ärzten weit verbreitet (10.4.17)
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Immer noch eingeschränktes Interesse an der Quantität und Qualität von Transparenz über Interessenkonflikte in Chirurgiestudien (29.4.16)
"Well, palliative is, oh God, where people go to hospital to die." Die Rolle von Begriffen und Einbettungen im Gesundheitswesen (25.4.16)
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Vom "Gesundheitsbericht für Deutschland" 1998 zum Bericht "Gesundheit in Deutschland" 2015: Die "weißen Flecken" werden weniger (16.3.16)
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Strukturelle und akademische Herausforderungen für die landärztliche Versorgung (25.11.15)
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"Das Letzte was im US-Gesundheitssystem gebraucht wird, sind noch mehr Füchse als Hühnerstallwache" - Obamacare und was nun? (7.4.15)
Ist die Ergebnisqualität teurer high-end-Leistungen besser oder "hilft viel, viel"? Das Beispiel der Hörgeräteversorgungsreform (30.3.15)
Was bringt Wettbewerb für die Qualität der Gesundheitsversorgung? Gemischte Ergebnisse einer britischen Übersichtsarbeit (23.3.15)
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Wie intensiv wird das Gesundheitssystem in Anspruch genommen und geschieht dies zu oft? Daten aus Österreich, Schweden und den USA (15.12.14)
Sicher nutzlos aber verbreitet: Krebsfrüherkennung bei Alten und Kranken (25.10.14)
"People-centred health systems" - Gesundheitssysteme à la Afrika, Südamerika oder Indien (6.10.14)
Große regionale Versorgungsunterschiede in den OECD-Ländern (10.9.14)
Lehrbuch "Sozialmedizin - Public Health - Gesundheitswissenschaften" oder "Darf's ein bißchen mehr sein!?" (24.8.14)
Machen zuckerhaltige Getränke dick? (12.2.14)
Altes und Neues über Arbeitsbedingungen von Pflegekräften und Behandlungsqualität am Beispiel von 27 hessischen Akutkrankenhäusern (26.1.14)
Profit vor Evidenz - englische Alkoholindustrie verhindert Mindestpreis für Alkohol (21.1.14)
Was kosten multiresistente Bakterien wirklich und wie gefährlich ist es, kein Antibiotikum-" Ass mehr in der Hinterhand" zu haben? (31.8.13)
Deutschland-OECD-Vergleich im Doppelpack: Weit verbreitete Überversorgung mit stationären Strukturen und Leistungen in Deutschland (7.4.13)
Nur für 11% von 3.000 Behandlungsleistungen liegt Evidenz für Nutzen vor - bei 50% weiß man gar nichts. (3.3.13)
"Generation Zahnspange": Wie notwendig, nützlich oder belastend ist die kieferorthopädische Behandlung aus Betroffenensicht?! (13.10.12)
Amerikanische Ärzte zweifeln an der Glaubhaftigkeit Pharma-gesponserter Arzneimittelstudien (30.9.12)
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Licht und Schatten: Wissen der Bevölkerung um Evidenzbasierte Medizin - sehr schlechte Noten: Ärzte bei Über- und Unterversorgung (11.3.12)
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Conditional Cash Transfer für sehr arme Menschen in Mexiko - erwünschte Nebenwirkung: weniger Depressivität (10.1.12)
Zu kurze Liegezeiten können gefährlich werden (4.1.12)
Amerikanische Kardiologen: Geld beeinflusst die Indikationsstellung für Belastungsuntersuchungen (22.11.11)
Eine Frage der Ehre? Honorary authorship und ghost authorship noch immer weit verbreitet (5.11.11)
Less is more: 6,76 Mrd. Dollar für die "Top 5" der überflüssigen Maßnahmen in der US-Primärmedizin (13.10.11)
"Individuelle Gesundheitsleistungen" - im günstigen Falle überflüssig, zumeist nutzlos oder schädlich (4.10.11)
24% aller Todesfälle bei den mit weniger als 75 Jahren Verstorbenen in 16 Ländern wären vermeidbar gewesen! (28.9.11)
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Amerikanische Ärzte zweifeln an der Glaubhaftigkeit Pharma-gesponserter Arzneimittelstudien

Artikel 2160 Beeinflusst das Wissen um die Finanzierungsquelle das Vertrauen der Ärzte in Studienergebnisse? Haben sie weniger Vertrauen, wenn Arzneimittelstudien von einer pharmazeutischen Firma finanziert wurde? Diese Fragen untersuchte die Arbeitsgruppe um Aaron Kesselheim in einer randomisierten kontrollierten Studie, die vor Kurzem im renommierten New England Journal of Medicine erschienen ist.

Dafür verfassten die Forscher Abstracts (Kurzfassungen) von hypothetischen Studien für 3 Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes und koronarer Herzkrankheit. Bezüglich der methodischen Qualität erstellten sie 3 Versionen, in denen die Untersuchungsmethode angegeben wurde als doppelt, einfach oder gar nicht verblindete (open label) randomisierte kontrollierte Studie.
Jedem der Abstracts wurde nach Zufallskriterien eine von drei Angaben zur Finanzierung der Studie zugeteilt: Industrie (der Name von einer der 20 größten pharmazeutischen Firmen wurde angegeben), National Institutes of Health (die größte amerikanische medizinische Forschungsförderungsinstitution) und keine externe Finanzierung. Bei der Industrie-finanzierten Studie wurde zusätzlich eine finanzielle Verbindung des Hauptautors mit der finanzierenden Firma angegeben.

Die je drei Variablen für Medikament, Studienqualität und Finanzierungsquelle ergaben 27 unterschiedliche Abstracts, von denen 269 Internisten je 3 erhielten.

Per Fragebogen äußerten sich die Ärzte zur Wahrscheinlichkeit, mit der sie das neue Medikament verschreiben würden, zu ihrer Einschätzung der methodische Qualität und zu ihrem Vertrauen in die Schlussfolgerungen der jeweiligen Studie. Weiterhin sollten sie die Bedeutung der Studie einschätzen und ihr Interesse daran, den Volltext zu lesen.

Im Ergebnis gelang es den Ärzten, die methodische Qualität richtig zu beurteilen.
Industrie-finanzierte Studien bewerteten sie im Vergleich zu den Studien mit anderer Finanzierungquelle unabhängig von ihrer methodischen Qualität als weniger vertrauenswürdig, weniger wichtig und weniger lesenswert.

Ihre Bereitschaft, das Medikament zu verschreiben, war bei Industrie-finanzierten Studien niedriger.

Da es sich um eine einmalige Befragung handelt (Querschnittstudie), kann leider nichts darüber ausgesagt werden, wie sich das Vertrauen in den letzten Jahren verändert hat, nachdem betrügerischen Praktiken in einem - nicht bezifferbaren - Anteil der Industrie-finanzierten Studien (wir berichteten mehrfach)
publik geworden waren. Auch ist aus der Darstellung der Daten nicht ersichtlich, wie groß der Anteil der Ärzte ist, die noch immer ein ungebrochenes Vertrauen zu pharma-gesponserten Studien haben.

Diese Studie unterstreicht die Notwendigkeit, die Vertrauenswürdigkeit von Studien dadurch zu erhöhen, dass alle Informationen und Daten öffentlich gemacht werden, die dazu erforderlich sind, den Untersuchungsgang nachzuvollziehen: das Studienprotokoll, alle Änderungen im Studienprotokoll, die Rohdaten und alle weiteren Dokumente, die im Zusammenhang mit der Studie relevant sind.


Kesselheim AS, Robertson CT, Myers JA, Rose SL, Gillet V, Ross KM, et al. A Randomized Study of How Physicians Interpret Research Funding Disclosures. New England Journal of Medicine 2012;367(12):1119-27 Abstract


Ein Aufsatz über ein Projekt zur Transparenz in der Forschung:

Jennifer C. Molloy. The Open Knowledge Foundation: Open Data Means Better Science. Volltext


Beiträge im Forum Gesundheitspolitik zur Notwendigkeit von Transparenz:

Transparenz ist notwendig, damit die Industrie nicht auch in den nächsten drei Jahrzehnten manipuliert Link

"Tamiflu III": Warum ein Review auf Daten von 68% der durchgeführten Studien zum Grippe-Blockbuster verzichten muss? Link

Warum uneingeschränkte Transparenz in Interessenregistern und Ablehnung jedes Vorteils ein Muss für die ärztliche Profession ist Link

David Klemperer, 30.9.12