Home | Patienten | Gesundheitssystem | International | GKV | Prävention | Epidemiologie | Websites | Meilensteine | Impressum

Sitemap erstellen RSS-Feed

RSS-Feed
abonnieren


Weitere Artikel aus der Rubrik
Prävention
Betrieblicher Arbeits- und Gesundheitsschutz


Weniger Stress mit dem was "Stress" sein könnte: elf Risikobereiche psychischer Belastungen (26.11.15)
Schadstoffbelastung von Schulgebäuden (k)ein Thema für die Generationengerechtigkeit (22.3.15)
Was kosten 50 Jahre Abstand zwischen Wissen und Handeln? Bei Asbest bis zu 26.000 Menschenleben! (1.2.15)
Was beeinflusst die Arbeitsunfähigkeit junger Beschäftigter? Blausaufen und -machen oder die Existenz einer Personalvertretung? (9.10.14)
Wie viel kostet Unternehmen ein rauchender Mitarbeiter pro Jahr und was ist am teuersten? (29.7.14)
Wie oft werden Sie während wichtiger Arbeiten unterbrochen? Wenn oft, könnte dies auch die Qualität ihrer Arbeit beeinträchtigen! (15.7.14)
Anzahl älterer Arbeitnehmer mit Wechselschicht nimmt zu - schlechter Gesundheitszustand ebenfalls (22.11.13)
Altersgemischte Teams: wirksamste Maßnahme die Beschäftigungsdauer älterer Arbeitnehmern bis zur Altersgrenze zu verlängern! (14.3.13)
Was tun Betriebe um die sozialen Folgen des "drohenden" Mangels an leistungsfähigen Erwerbstätigen zu verhindern? 2011: zu wenig! (2.11.12)
Geringe Arbeitsfähigkeit im mittleren Alter ein Frühwarnindikator für große Gesundheitsprobleme im Alter (11.12.11)
Drei Seiten der Medaille: Gesundheitsrisiken in Berufen, Krankheitslast von Berufen und Belastungen in Berufen mit viel Krankheit (26.11.11)
Wer oder was gefährdet den Wirtschaftsstandort Deutschland jenseits von Lohnnebenkostensenkung? Beispiel Arbeitszufriedenheit! (13.8.11)
Arbeitsbedingungen im IT-Bereich: Weder belastungsfrei noch ohne Präventionspotenzial (13.8.11)
Betriebliches Gesundheitsmanagement: "Geld spielt (k)eine Rolle!?" (4.3.11)
Dauerproblem Arbeitslärm ist auch mit einem erhöhten Risiko von Herzerkrankungen assoziiert. (20.10.10)
Betriebliche Gesundheitsförderung zur Änderung des Lebensstils zeigt Erfolge bei Risikogruppen (3.7.10)
Senken körperliche Trainingsprogramme die Krankmeldungen von Rückenschmerzpatienten? (3.6.10)
Sie wissen, was sie tun! "National Research Council" der USA analysiert Sicherheitsrisiken des US-Biowaffenlabors Fort Detrick (11.4.10)
Prävention von Burnout: Interventionen sind erfolgreich, wirken aber zeitlich nur begrenzt (5.4.10)
Lieber krank feiern als krank arbeiten oder umgekehrt!? Was fördert oder hemmt die beiden Umgangsweisen mit Krankheit? (22.1.10)
Unterschätzte Risiken und überschätzte Wirksamkeit präventiver Maßnahmen im Arbeitsschutz - Das Beispiel Lärm (28.7.09)
Gesundheitsförderung für Krankenhausärzte und in Krankenhäusern - Fehlanzeige! (19.7.09)
Selbstverwaltung in der Gesetzlichen Unfallversicherung der 1990er Jahre: Mehr Präventionsorientierung durch Weiterbildung!? (7.7.09)
Gesundheitsbezogene Interventionen in der Arbeitswelt: Komplexe Maßnahmen sind effizienter (17.6.09)
Ambivalent: Nachtschichtarbeit als mögliche Ursache von Brustkrebs bei Krankenschwestern und Flugbegleitern in Dänemark anerkannt! (29.3.09)
Erhöht die Existenz von Gewerkschaften das Niveau des Gesundheits- und Arbeitsschutzes und die gesellschaftliche Wohlfahrt? (12.2.09)
EuGH-Entscheidung: Worauf erstreckt sich das EU-Diskriminierungsverbot wegen einer Behinderung? (1.9.2008)
Arbeitsunfähigkeitstage: Risikomarker von späterer Erwerbsunfähigkeit- oder Behinderungsrente (9.6.2008)
Wie ungesund können Arbeitsplätze im Gesundheitswesen sein? Beispiel Bildschirmarbeitsplätze an Großgeräten im Krankenhaus (20.5.2008)
Ist gesundes Sitzen kaufbar? Bedeutung des dynamischen Sitzens zur Prävention von Muskel- und Wirbelsäulenproblemen überschätzt! (13.4.2008)
Schicht- plus Hausarbeit = erhöhtes Risiko von Frühberentung und Behindertenrente für Frauen!? (20.1.2008)
WHO-Krebsforschungszentrum: Schichtarbeit und Nachtarbeit mit "hoher Wahrscheinlichkeit krebserregend" (8.12.2007)
Wie verhindert man arbeitsbedingte Nacken- und Schulterbeschwerden? - Wenig Evidenz für Ergo-Tastaturen oder Gymnastik (4.10.2007)
Betriebliche Krankenstandspolitik heute: Mit eine Ursache der Krankheiten von morgen (29.3.2007)
Wirksame arbeitsplatzbezogene Prävention der "Volkskrankheit Rückenschmerzen" Fehlanzeige !? (2.1.2007)
Wie sicher sind Operationssäle in deutschen Krankenhäusern? Erschreckendes aus Chirurgen- und Pflegekräftesicht. (19.12.2006)
Evidente Wege zum Rauchenaufhören im Betrieb (19.12.2006)
"Gute Arbeit" - Eine neue Offensive zur Humanisierung der Arbeit (3.11.2006)
Handbuch über die Erscheinungen, Ursachen und Prävention psychischer Belastungen und Erkrankungen in der Arbeitswelt (28.11.2005)
USA: Längere Arbeitszeiten und Überstunden als Unfall- und Erkrankungsrisiko (12.9.2005)

Seite mit den Texten aller Artikel aufrufen:
Betrieblicher Arbeits- und Gesundheitsschutz
 

Andere Rubriken in "Prävention"


Präventionspolitik, Präventionsprogramme

Betrieblicher Arbeits- und Gesundheitsschutz

Maßnahmen, Projekte zur Gesundheitsförderung

Gesundheitsverhalten (Rauchen, Ernährung, Sport usw.)

Wellness, Gesundheit als Lifestyle

Früherkennung, Screening

andere Themen



Wirksame arbeitsplatzbezogene Prävention der "Volkskrankheit Rückenschmerzen" Fehlanzeige !?

Artikel 0441 Die so genannten unspezifischen Rückenschmerzen gehören schon seit langem zu den häufigsten Erkrankungen und Beschwerden, haben erhebliche soziale und ökonomische Folgen und sind nicht befriedigend zu therapieren. Insofern liegt es nahe, sie möglichst durch geeignete präventive Maßnahmen zu verhindern. Da ein großer Teil der Rückenschmerzen im Zusammenhang mit spezifischen physischen und psychischen Elementen der beruflichen Tätigkeiten entsteht oder von ihnen verstärkt wird, liegt es außerdem nahe, dass sich ein erheblicher Teil der präventiven Bemühungen im oder um das Arbeitsleben herum ansiedelt. Entsprechend boomen daher, gefördert durch den § 20 SGB V und getragen von Krankenkassen und Betrieben, eine Vielzahl von inner- und außerbetrieblichen "Rückenschulprogrammen" und ergonomischen oder auch "Setting"-Interventionen.

Die vielfach vorhandenen Erwartungen hinsichtlich der Art und Menge wirksamer Präventionsmaßnahmen gegen Rückenschmerzen haben aber nur zum Teil etwas mit der Wirklichkeit zu tun. Das ist jedenfalls das Ergebnis des von der "Deutschen Agentur für Health Technology Assessment (DAHTA)" des "Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI)" 2006 herausgegebenen systematischen Berichts "Prävention rezidivierender Rückenschmerzen. Präventionsmaßnahmen in der Arbeitsplatzumgebung" von Lühmann, Burkhardt-Hammer, Stoll und Raspe.

Die wesentlichen Erkenntnisse des 145 Seiten umfassenden Berichts über die Ergebnisse der zum Thema Rückenschmerz-Prävention vorliegenden Forschungsarbeiten sind sehr durchmischt und sind auch dann, wenn sie positiver Art sind, nur mit Einschränkungen gültig. Dazu gehören u. a. (die Zahlen in Klammern sind Seitenangaben des HTA-Berichts)folgende Feststellungen, die im Bericht mit ausführlichen Beschreibungen der entsprechenden Forschungsarbeiten belegt werden:

• "Insgesamt betrachtet, sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Wirksamkeit und Kostenwirksamkeit der Rückenschmerzprävention in der Arbeitsplatzumgebung immer noch relativ lückenhaft." (81)
• "Für den Bereich Wirksamkeit von Trainings- und Übungsprogrammen kommt der überwiegende Teil der analysierten Studien zu positiven Ergebnissen." (1)
• "In der Kategorie Schulung und Information legen die verfügbaren wissenschaftlichen Daten nahe, dass Interventionen, die in Unterrichtsform auf reine Wissensvermittlung zu rückenassoziierten Themen zielen, für die Prävention von Rückenschmerzen am Arbeitsplatz ungeeignet sind." (1)
• "Den für den Bereich Multidisziplinäre Programme gesichteten Studien lassen sich Hinweise entnehmen, dass Programme, die neben Training und Information verhaltenstherapeutische Elemente zur Änderung der Krankheitseinstellung enthalten, im Arbeitsumfeld positive Effekte auf zukünftige Fehlzeiten am Arbeitsplatz haben. Bisher liegen allerdings nur Informationen für Hochrisikogruppen vor." (1)
• "In der Zusammenfassung legen die Ergebnisse (hochwertiger Studien) die Schlussfolgerung nahe, dass lumbale Stützgürtel in der gesunden arbeitenden Bevölkerung keine positiven Effekte auf die Inzidenz von Rückenschmerzepisoden, auf Fehltage vom Arbeitsplatz oder auf die Inzidenz von Arbeitstagen mit Beeinträchtigung haben."(1)
• "Belastbare und konsistente gesundheitsökonomische Evaluationen sind für keinen der genannten Bereiche verfügbar." (2)
• "Die Literaturlage zu reinen Settingansätzen...lässt keine belastbaren Schlussfolgerungen zu....Fehlen von Studien mit belastbaren Designs." (2)
• "Die deutlichsten Erfolge sind in Hochrisikogruppen durch Programme zu erzielen, die Setting- und individuelle Ansätze miteinander kombinieren...und eine starke partizipatorische Komponente beinhalten." (81)

Die PDF-Datei des HTA-Berichts ""Prävention rezidivierender Rückenschmerzen. Präventionsmaßnahmen in der Arbeitsplatzumgebung" können sie hier kostenlos herunterladen.

Bernard Braun, 2.1.2007