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Betrieblicher Arbeits- und Gesundheitsschutz


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Erhöht die Existenz von Gewerkschaften das Niveau des Gesundheits- und Arbeitsschutzes und die gesellschaftliche Wohlfahrt?

Artikel 1486 Auch wenn die Existenz von Gewerkschaften in einer Gesellschaft wie der Deutschlands im Moment so gut wie unbestritten ist (es ist aber noch nicht lange her, dass ihr Einfluss u.a. von Arbeitgeberverbänden und manchen liberalen Regierungsmitgliedern mit der Forderung nach "Brechung der Verbändemacht" in Frage verringert werden sollte), bedeutet dies nicht automatisch, ihnen eine wichtige materielle Rolle im Arbeits- und Gesundheitsschutz zuzuerkennen. Und bereits bei der Frage ob die alte überbetriebliche Organisationsform der Gewerkschaften und ihre Resultate (z.B. Flächentarifvertrag) nicht zu Gunsten einzelbetrieblicher Interessenvertretung aufgegeben werden sollte, tun sich manche Diskutanten schwer, den Nutzen der "alten" Machtzentralisierung dagegen zu halten.

Für den Arbeits- und Gesundheitsschutz haben im Januar 2009 zwei Wissenschaftler aus Heidelberg und Glagow im Auftrag des "Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)" der Bundesagentur für Arbeit in einem Diskussionspapier von 37 Seiten mehrere zentrale Fragen untersucht:

• Tragen die gewerkschaftlichen Aktivitäten zum Arbeits- und Gesundheitsschutz dazu bei, den Ertrag von Betrieben und die gesellschaftliche Wohlfahrt zu erhöhen?
• Beeinflusst der Grad der Zentralisierung gewerkshaftlicher Organisation und Aktion den Erfolg von Interventionen im Arbeitsschutz- und Gesundheitsbereich? Kann diese Aufgabe nicht auch von anderen Akteuren übernommen werden?
• Wirkt sich die Existenz von Gewerkschaften und ihre Rolle beim Arbeits- und Gesundheitsschutz auf die Kooperation von Betrieben/Branchen im "Norden" und "Süden aus?

Die Ergebnisse verschiedener dazu angestellten ökonometrischer Modellrechnungen lauten so:

• "Our analysis has shown that output and welfare effects of unions depend on union objectives and, more importantly, on the degree of centralization in an economy." Dies bedeutet konkret, dass vorrangig betriebsorientierte Gewerkschaften ein geringeres Niveau des Arbeits- und Gesundheitsschutzes erreichen als z.B. wirtschaftszweig- oder branchenweit organisierte Gewerkschaften. Aber trotzdem: "Even with a firm-level union, output and welfare increases compared to a laissez-faire economy."
• Auf die Frage, ob im Arbeits- und Gesundheitsschutz nicht auch andere Akteure wie beispielsweise die Arbeitgeber eine vergleichbare Rolle wie die Gewerkschaften spielen könnten weisen die beiden Autoren darauf hin, dass Arbeitgeber oder Kapitaleigner u.a. "do not feel health hazards". Anders die Arbeiter, "who are directly confronted with risk at work." Der Schluss ist klar und eindeutig: "Hence, workers' associations are the most probable institution to initially play this output and welfare increasing role."

Schließlich stellen sich die beiden Ökonomen noch die Frage, welche Rolle die starke Präsenz von Gewerkschaften in einer globalisierten Produktions- und Arbeitswelt bei Reaktionen der Arbeitgeber auf einen hohen Schutzstandard spielen, d.h. wewlche Bedeutung dann Kapitalabflüsse in Länder mit niedrigerem Schutzstandard besitzen. Kurzgefasst hängt der Umfang des Kapitalflusses vom "Norden" in den "Süden" vom Niveau des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im "Norden" ab -aber lediglich ein bisschen. Je mehr sozialer Schutz desto höher die Kapitalmenge, die wegen des Schutzniveaus abfließt. Dieser Abfluss ist aber immer noch geringer als er in einer Laissez-faire-Ökonomie wäre.

Das 37-seitige IAB-Discussion Paper 3/2009 "Trade unions go global" von Alejandro Donado und Klaus Wälde ist komplett kostenlos erhältlich.

Bernard Braun, 12.2.09