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Betrieblicher Arbeits- und Gesundheitsschutz


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Geringe Arbeitsfähigkeit im mittleren Alter ein Frühwarnindikator für große Gesundheitsprobleme im Alter

Artikel 2049 Ein großes Problem der Prävention arbeitsassoziierter Frühinvalidität und gesundheitlicher Probleme im Alter ist, diese Risiken so früh und verlässlich wie möglich identifizieren und quantifizieren zu können. In einer repräsentativen Studie mit 5.971 44-58-jährigen finnischen BürgerInnen, deren gesundheitlicher Zustand über 28 Jahre hinweg untersucht wurde, erweist sich der Indikator der "work ability" oder Arbeitsfähigkeit im mittleren Lebens- und Arbeitsalter als für diese Zwecke tauglich.

Arbeitsfähigkeit ist das Ergebnis der Interaktion von Arbeitsbedingungen und Individuum und eine wesentliche Grundlage für das Wohlbefinden des Einzelnen und die Produktivität eines Unternehmens. Sie kann durch arbeitsbezogene und individuelle Maßnahmen gefördert und nachhaltig verbessert werden. Der in Finnland entwickelte "Work Ability Index (WAI)"-Fragebogen dient zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bei einzelnen Arbeitnehmern wie bei Beschäftigtengruppen. Er wird im Rahmen der betriebsärztlichen Betreuung, flankierend bei Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung und in Forschungsprojekten eingesetzt. Der WAI kann dazu beitragen, dass frühzeitig Handlungsbedarf identifiziert wird und auf dieser Grundlage Präventionsmaßnahmen zum Erhalt und zur Förderung der Arbeitsfähigkeit getroffen werden.
In den Arbeitsfähigkeits-Index gehen im Wesentlichen ein: die Bewertung der derzeitigen Arbeitsfähigkeit im Vergleich zu der besten, je erreichten Arbeitsfähigkeit, die Einschätzung der derzeitigen Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die körperlichen und psychischen Anforderungen, die Einschätzung der eigenen Arbeitsfähigkeit in zwei Jahren, Angaben über die Art der Tätigkeit (geistig, körperlich), die Anzahl der aktuellen ärztlich diagnostizierten Krankheiten, die von den Befragten geschätzte Beeinträchtigung der Arbeitsleistung durch die Krankheiten, der Krankenstand in den letzten 12 Monaten und Angaben zu einigen psychischen Leistungsreserven (Aufgaben mit Freude erledigt, aktiv und rege, zuversichtlich für die Zukunft.

Von den ursprünglichen TeilnehmerInnen der 1981 gestarteten "Finnish Longitudinal Study of Municipal Employees (FLAME)" waren bis 2009 rund 32% gestorben und weitere 23% waren in irgendeiner Weise behindert. Die Anzahl der Todesfälle pro 1.000 Personenjahre lag bei den im Büro angestellten Männern ("white-collar men") mit exzellenter Arbeitsfähigkeit bei 7,7, bei den Männern mit moderater Arbeitsfähigkeit bei 14,7 und bei den Männern, die eine geringe Arbeitsfähigkeit aufwiesen bei 23,5. Bei den Arbeitern ("blue-collar men") stieg die Anzahl der Todesfälle/1.000 Personenjahre von 15,5 über 20,2 auf 25,3. Bei den erwerbstätigen Frauen schwankte dieser Sterblichkeitsindikator auch in Abhängigkeit von der Arbeitsfähigkeit, aber lediglich zwischen 6,3 und 10,6 Fällen/1.000 Personenjahre. Die altersadjustierte Risikorate für Sterblichkeit war bei männlichen Arbeitern mit einer geringeren Arbeitsfähigkeit im mittleren Lebensalter zwei- bis dreimal höher als bei männlichen Angestellten mit einer ausgezeichneten Arbeitsfähigkeit im selben Lebensabschnitt.

Fasst man das Sterbe- und das Risiko von Behinderungen im täglichen Leben zusammen, war deren Wahrscheinlichkeit bei den männlichen Arbeitern mit geringer Arbeitsfähigkeit im mittleren Lebensabschnitt um das 4 1/2-Fache (odds ratio=4,56) höher als das der männlichen Angestellten mit sehr hoher Arbeitsfähigkeit. Die Sterbe- und Behinderungswahrscheinlichkeit war bei den ArbeiterInnen mit geringer Arbeitsfähigkeit in ihren mittleren Lebensjahren dreimal so hoch wie bei den männlichen Angestellten mit sehr hoher Arbeitsfähigkeit.

Der Aufsatz "Work ability in midlife as a predictor of mortality and disability in later life: a 28-year prospective follow-up study" von Mikaela B. von Bonsdorff, Jorma Seitsamo, Juhani Ilmarinen, Clas-Håkan Nygård, Monika E. von Bonsdorff und Taina Rantanen ist im März 2011 in der Fachzeitschrift "Canadian Medicine Association Journal (CMAJ)" (183 [4]: E 325-E242) erschienen und komplett kostenlos erhältlich.

Bernard Braun, 11.12.11