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Dauerproblem Arbeitslärm ist auch mit einem erhöhten Risiko von Herzerkrankungen assoziiert.

Artikel 1861 Wer bei Lärm am Arbeitsplatz an frühere Jahrhunderte oder allein an das Risiko von Lärmschwerhörigkeit denkt, täuscht sich gewaltig. Denn leider ist ständiger starker Lärm immer noch eine der häufigsten Arbeitsplatzbelastungen und ist im starken Maße bereits bei relativ jungen Erwerbstätigen mit Bluthochdruck und schweren Herzerkrankungen assoziiert.
Dies sind jedenfalls die Ergebnisse einer Querschnittsstudie mit 6.307 TeilnehmerInnen, die älter als 20 Jahre alt und zum Zeitpunkt der Erhebung beschäftigt waren, zwischen 1999 und 2004 im Rahmen des "National Health and Nutrition Examination Survey" Angaben zu ihrer Lärmbelastung am Arbeitsplatz machten. Hinzu kamen selbstberichtete Angaben zu kardiovaskulären Risikofaktoren und Erkrankungen und Messwerte aus einer Blutuntersuchung und außerdem eine Vielzahl von soziodemografischen Merkmalen (z.B. Alter, Ethnie). Die Studie ist damit quantitativ und qualitativ umfassender und aussagefähiger als zahlreiche Studien in der Vergangenheit. Sie war auch so groß, dass die Teilnehmer in Gruppen mit hoher und fehlender Lärmbelastung unterschieden werden konnten.

Die wesentlichen Ergebnissen sind:

• 21 % der durchschnittlich 40 Jahre alten Studienteilnehmer arbeiteten bereits mehr als 9 Monate unter Lärmbedingungen.
• Verglichen mit Teilnehmern, die niemals starkem Lärm exponiert waren, haben die TEilnehmer, die chronisch starkem Arbeitslärm ausgesetzt sind, eine 2-3fach höhere Prävalenz von Angina pectoris, Herzinfarkt, koronare Herzerkrankung. Sie wiesen auch eine deutliche Erhöhung des diastolischen Blutdruckwertes auf: Er war doppelt so hoch wie bei den Personen ohne ständigen Arbeitsplatzlärm.
• Nach dem statistischen Ausschluss des Einflusses mehrerer möglicher Einflussfaktoren oder Kovariaten wie des Alters, der Ethnie etc. war das Risiko für Angina pectoris statistisch signifikant (Irrtumswahrscheinlichkeit <5%) um das 2,91fache, das für eine Erkrankung der Herzkranzgefäße um das 2,04fache und das für einen erhöhten diastolischen Blutdruckwert um das 2,23fache höher als bei den nicht Lärmexponierten.
• Hinzu kommen für die beobachteten Erkrankungen eindeutige Exposition-Dosis-Beziehungen.
• Die Assoziationen von Lärm und Herzerkrankungen traten am deutlichsten bei Personen unter 50 Jahren und Noch-Rauchern auf. Deren Risiko, an den genannten Krankheiten zu erkranken, war um das 4fache gegenüber den Nicht-Lärmexponierten erhöht.
• Die Bluttests ergaben für die besonders gefährdete Gruppe weder erhöhte Cholesterinwerte noch Entzündungsproteine, die normalerweise als Risikofaktoren fürs Herz gelten.

Die Forscher fordern auf der Basis ihrer Ergebnisse eine verstärkte Aufmerksamkeit für das berufsbedingte Risiko von Lärm für verschiedene Herzerkrankungen oder ihre Risikofaktoren - insbesondere bei jüngeren männlichen Rauchern. Auch wenn Querschnittsanalysen der durchgeführten Art keine Kausalschlüsse erlauben, halten die Wissenschaftler die mehrfachen Assoziationen für ursächlich. Sie weisen schließlich auch noch auf den beschränkten Nutzen von lärmdämmenden Stöpseln oder anderen individuellen Schutzmaßnahmen hin und empfehlen mit Vorrang arbeitsorganisatorische oder verhältnisbezogeneMaßnahmen der Arbeitgeber.

Ein von Wen Qi Gan, Hugh W Davies und Paul A Demers verfasster Aufsatz zur Studie ist unter dem Titel "Exposure to occupational noise and cardiovascular disease in the United States: the National Health and Nutrition Examination Survey 1999-2004" am 5. Oktober 2010 zunächst online in der Zeitschrift Occup Environ Med (doi:10.1136/oem.2010.055269) erschienen. Ein Abstract ist kostenlos erhältlich.

Bernard Braun, 20.10.10