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Ambivalent: Nachtschichtarbeit als mögliche Ursache von Brustkrebs bei Krankenschwestern und Flugbegleitern in Dänemark anerkannt!

Artikel 1519 2007 reklassifizierte die "International Agency for Research on Cancer (IARC)" der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Lyon Nacht-Schichtarbeit als einen für Menschen wahrscheinlich ("probable") (Gruppe 2a) krebserregenden Faktor. Zuvor galt Nachtschichtarbeit lediglich als mögliches ("possible") Karzinogen.

Auch ohne dass die IARC die für 2008 angekündigte ausführliche wissenschaftliche Monographie der Beweggründe ihrer Neubewertung des gesundheitlichen Risikos vorgelegt hat, zog nun die dänische Regierung eine radikale praktische Schlussfolgerung: Frauen, die an Brustkrebs erkrankten und erkranken werden, keinen anderen bekannten Risikofaktor für Brustkrebs aufweisen und mindestens einmal pro Woche während der letzten 20 Jahre in Nachtschicht gearbeitet haben, bekommen ihre Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt und erhalten eine finanzielle Kompensation. Im Moment erhalten in Dänemark schon 40 Krankenschwestern und Flugbegleiter Zahlungen.

Der Entscheidung liegen einerseits die bekannten belastenden Wirkungen der Nachtarbeit auf Schlafmuster, chronischen Schlafmangel, das circadianische System und die Produktion des krebsunterdrückenden Melatonin und andererseits die Erkenntnis zugrunde, dass Brustkrebs mit einer anwachsenden Konzentration von Östrogen assoziiert ist, das wiederum durch Arbeiten unter künstlichem Licht und bei unterdrückter Melatoninproduktion besonders stark produziert wird.

Angesichts der bisher eher schwachen oder karg nachgewiesenen Evidenz dieses Risikos von Nachtschichtarbeit und der potenziellen Bedeutung für die 20 % der Erwerbstätigen, die in Europa und Nordamerika in Nachtschicht arbeiten, überrascht die Entscheidung in Dänemark.

Die Kommentatoren der Zeitschrift "Lancet", die in ihrer Ausgabe vom 28. März 2009 über diese Entscheidung berichten, weisen auf deren generelle Ambivalenz hin:

• Einerseits könne damit ein gesetzlicher Druck auf die Arbeitgeber ausgeübt werden, Risiken, die mit Nachtschichtarbeit assoziiert sind zu reduzieren. Was dies letztlich konkret heißt, bleibt dabei offen, wird aber nicht einfach zu beantworten sein.
• Dadurch könnte auf der anderen Seite aber auch in einigen Berufen oder Tätigkeiten eine geschlechtsbezogene Diskriminierung stattfinden.

Bevor es Ergebnisse der für notwendig erachteten weiteren Forschung über das wahrscheinliche oder gesicherte Krebsrisiko von Nachtschichtarbeit gibt, sollte nach Meinung der Lancet-Kommentatoren aber noch mehr oder unvermindert auf andere Mittel zur Krebsprävention gesetzt werden. Wichtig ist eine Prävention, welche die klassischen Risikofaktoren wie Übergewicht, zu geringe Bewegung oder zu starken Alkoholkonsum kontrolliert.

Den knappen Kommentar, der unter der Überschrift "Breast cancer on the night shift" in der Ausgabe der Zeitschrift "The Lancet" vom 28. März 2009 erschienen ist, erhält man kostenlos, wenn man sich unter der angegebenen Adresse ebenfalls kostenlos und ohne damit lästige Werbemails auszulösen persönlich anmeldet.

Bernard Braun, 29.3.09