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Jemen auf der Suche nach dem geeigneten Krankenversicherungssystem

Artikel 0901 Zu Jemen fällt den meisten Menschen sicherlich alles andere ein als die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung oder gar ein Krankenversicherungssystem. Das Land am südlichen Ende der arabischen Halbinsel gerät gelegentlich wegen der Entführung von Touristen oder gewaltsamer Auseinandersetzungen in die Schlagzeilen. Manch einer mag sich noch daran erinnern, dass es einst zwei jemenitische Staaten gab, die sich fast zeitgleich mit den beiden deutschen Staaten zur Republik Jemen vereinigten. Auch die Altstadt von Sana’a, die den Rang eines Weltkulturerbe genießt, wird sich einer gewissen Bekanntheit erfreuen.

Doch ansonsten ist das Land mit seinen etwa 20 Millionen Einwohnern, das erst vor wenigen Jahren das Mittelalter hinter sich gelassen zu haben scheint und bisher nicht vollends in der Neuzeit angekommen ist, für die meisten ein weißer Fleck auf der Weltkarte. Diesen zumindest mit einigen Farbklecksen anzufärben bemüht sich die jemenitische Regierung seit einigen Jahren. Zwar lebt über die Hälfte der Bevölkerung noch auf dem Land, doch die Dynamik der Entwicklung neuer Technologien ist zumindest in städtischen Gebieten nicht mehr aufzuhalten. Jemen vereint die typischen sozialen Probleme und Widersprüche eines Entwicklungslands, das sich immer weniger der Globalisierung entziehen kann. Archaische Strukturen auf dem Lande existieren in enger räumlicher Nähe zu einigen Inseln moderner Technologie und frühkapitalistischer Umbruchstimmung.

Entsprechend heterogen ist auch das Krankheitsspektrum in Jemen, das einerseits die herkömmlichen Probleme armer Entwicklungsländer und andererseits eine zunehmende Krankheitslast durch Zivilisationskrankheiten zu tragen hat. Während auf dem Land noch immer die Müttersterblichkeit hoch ist und Kinder an vermeidbaren Krankheiten sterben, unterstützen beispielsweise Berliner Kardiologen ihre Kollegen bei der Einführung von Herzkatheteruntersuchungen in vorwiegend privaten Kliniken. Ein Überblick über die soziale Lage im Jemen sowie weitere links finden sich auch auf der Homepage der US-Entwicklungshilfeorganisation USAID. Die wichtigsten Fakten zur Gesundheitssituation mit weiteren Verknüpfungen auch zu verschiedenen UN-Organisationen bietet das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen UNDP.

Zwar blüht die Hightech-Nischenmedizin für die betuchte städtische Oberschicht, aber insgesamt ist die medizinische Versorgung für die Bevölkerung rudimentär und unzureichend. Im Jemen addieren sich die ebenfalls typischen Entwicklungslandprobleme fehlender oder unzulänglicher Infrastruktur mit finanziellen Zugangsbarrieren. Selbst in öffentlichen Gesundheitsposten und Krankenhäusern müssen die Patienten einen erheblichen Teil der Behandlungskosten aus der eigenen Tasche zahlen, nach WHO-Schätzungen liegt der Anteil der out-of-pocket Zahlungen bei etwa 70 % der gesamten Gesundheitsausgaben. Zwar kommt zumindest theoretisch der Staat für die Gesundheitskosten seiner Bürger auf, doch in der Praxis kommen die nicht unerheblichen Einnahmen aus dem Erdölexport des Landes eher den Herrschenden als der Bevölkerung zu Gute. Krankenversicherungsschutz genießen nur wenige Jemeniten, die in öffentlichen sowie in einigen privaten Firmen formal angestellt sind.

Vor diesem Hintergrund hat sich die Regierung in den letzten Jahren das ehrgeizige Ziel auf die Fahnen geschrieben, eine landesweite Krankenversicherung im Jemen einzuführen. Zur Vorbereitung dieser Initiative beauftragte sie 2005 ein Konsortium der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), dem Internationalen Arbeitsbüro (ILO) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit einer detaillierten Analyse der Gegebenheiten im Land und mit der Entwicklung von Perspektiven für den Aufbau eines nationalen Krankenkassensystems. Ein achtköpfiges Team unter Leitung von Prof. Detlef Schwefel (Berlin) erfasste insgesamt drei Monate lang die aktuelle Situation und die Bedingungen für ein solches Versicherungssystem und entwickelte verschiedene Alternativen zum Aufbau einer langfristig universellen Krankenversicherung.

Der Abschlussbericht dieser Prüf- und Evaluierungsmission liegt nun vor und ist auf Englisch und Arabisch im Internet zugänglich.
Hier können Sie kostenlos den dreiteiligen Bericht Towards a national health insurance system in Yemen in englischer Sprache herunterladen:
Here you can download free of charge the three parts of the report entitled Towards a national health insurance system in Yemen:
Part 1: Background and Assessment
Part 2: Options and Recommendations
Part 3: Documents and Materials
Und hier finden Sie den zweiteiligen Bericht in arabischer Sprache:
And here you will find the two parts of the Arabic version of the report:
Arabic version Part 1
Arabic version Part 2.

Jens Holst, 4.9.2007