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Wie viel Erkrankte und Tote kostete die Reduktion eines Anti-Malariaprogramms der US-Regierung um 44%?

Artikel 2592 Bei vielen Gesundheitsprojekten ist weder bei ihrer Entwicklung und Implementation noch dann, wenn sie vor allem durch Mittelkürzungen abgebaut werden, klar, welche konkreten gesundheitlichen Auswirkungen damit zu erwarten sind.

Für einen aktuellen Fall wurden die wahrscheinlichen Effekte auf die Erkrankungshäufigkeit und die Sterblichkeit in einer Modellberechnung im Department of Infectious Disease Epidemiology im Imperial College London ermittelt. Es geht um die für 2018 in der Haushaltsplanung des US-Kongress vorgeschlagene Reduktion des Budgets der so genannten "President's Malaria Initiative (PMI)" um 44%, d.h. von etwas über 700 Millionen im Jahr 2017 auf 424 Millionen US-Dollar. Das PMI existiert seit 2005, wurde also noch während der Präsidentschaft von Georg W. Bush gestartet, unterstützt Anti-Malariaprogramme in 19 afrikanischen Ländern und ist der größte bilaterale Förderer von Programmen zur Prävention und Behandlung von Malaria als einer der häufigsten schweren Krankheiten in der Dritten Welt.

Als erstes berechneten die britischen WissenschaftlerInnen, welchen positiven Nutzen der Weiterbestand des PMI auf dem bisherigen Niveau zwischen 2017 und 2020 hätte. Gegenüber dem völligen Fehlen dieses Programms könnten 162.000.000 Malaria-Erkrankungsfälle abgewendet und 692.589 Leben gerettet werden.
Die 44%-Reduktion führte im Vergleich zum Weiterbestand des bisherigen Programmvolumen im selben Zeitraum zu zurückhaltend geschätzten 67.000.000 zusätzlichen Malariafällen und zu 290.649 zusätzlichen Todesfällen.

Die Fortschritte von 15 Jahren, die selbst aus der Sicht von Ökonomen äußerst kosteneffektives erreicht werden konnten, wären nach Ansicht der AutorInnen mit der Reduktion in wenigen Jahren verschwunden. Anwachsen könnte aber dadurch die Anzahl afrikanischer BürgerInnen, die versuchen u.a. diesen Risiken durch die Flucht in Richtung Europa zu entkommen.

Die Ergebnisse der Studie The US President's Malaria Initiative, Plasmodium falciparum transmission and mortality: A modelling study. von Peter Winskill, Hannah C. Slater, Jamie T. Griffin, Azra C. Ghani, Patrick G. T. Walker sind in der Zeitschrift "PLOS Medicine" (2017; 14 (11)) erschienen und komplett kostenlos erhältlich.

Bernard Braun, 23.11.17