Home | Patienten | Gesundheitssystem | International | GKV | Prävention | Epidemiologie | Websites | Meilensteine | Impressum

Sitemap erstellen RSS-Feed

RSS-Feed
abonnieren


Weitere Artikel aus der Rubrik
International
Andere Länder


Wie Massenmedien die Wahrnehmung von Erkrankten verzerren und spezifische Behandlungsangebote behindern - Beispiel Krebs in Irland (21.5.17)
Universelle Absicherung im Krankheitsfall - eine weltweite Herausforderung (24.3.16)
Zusammenhänge zwischen Gesundheitsreformen, Sterblichkeit und Nutzung des Gesundheitssystems: Zwischen Wunsch- und Alptraum (30.6.15)
"Und träumen vom Sommer in Schweden" aber auch vom dortigen Gesundheitssystem!? (6.1.15)
Kein "Schubs" aber ein "Stups": Der Nutzen von SMS-Erinnerungen an die Einnahme von Malariamedikamenten (29.10.14)
Erster Evaluierungsbericht des DEval erschienen (6.10.14)
Wer oder was sorgt für desolate Gesundheitssysteme in Afrika? Die Rolle von Pharmafirmen am Beispiel Uganda. (1.10.14)
Weltbericht zu Sozialer Absicherung (4.9.14)
Globale Gesundheitspolitik - mehr als deutsche Pillen und Technik für den Weltmarkt (27.8.14)
Ist der "brain drain" von Ärzten aus Ländern der Dritten Welt durch Einkommensverbesserungen zu stoppen? Das Beispiel Ghana. (7.8.14)
Ärztinnen sind bei der Behandlung von Diabetikern besser als Ärzte, aber weniger "produktiv" - doch stimmt letzteres wirklich? (26.10.13)
Shared Decision Making nur etwas für entwickelte Länder und ihre Ärzte und Patienten? Wie sieht es z.B. in Malaysia aus? (22.10.13)
Was bedeutet es, dass alle heute Geborenen 100 Jahre alt werden sollen? Wahrscheinlich weniger Schlimmes als gemenetekelt wird! (29.3.13)
Systematische Umverteilung von unten nach oben (6.12.11)
Zuzahlungen in Entwicklungsländern: Viel Klamauk, wenig Substanz (28.10.11)
Kenia: Zwischen Armut, Hungerkatastrophe, Flüchtlingselend und Open data-Government 2.0 (17.8.11)
Subjektive Gründe für Zugangsprobleme zur gesundheitlichen Versorgung? Zur Bedeutung der Annahme, Zugangsbarrieren seien "normal". (21.6.11)
Steuerung durch Kassenwettbewerb - wenn ja, wie viel? (10.11.10)
Trotz einem Positivlisten-System für Arzneimittel: Frankreich fast immer in der Spitzengruppe des Arzneimittelmarktes dabei! (20.6.10)
Santé à la francaise: Croissants, petit rouge, savoir de vivre. Aber in welchem Gesundheitssystem? Beispiel ambulante Versorgung (16.5.10)
Von der Langsamkeit der Implementation und des Wirksamwerdens evidenter Behandlungs-Leitlinien. Ein Beispiel aus "down under". (3.1.10)
Ansätze der Regionalisierung von sozialer Sicherung (17.12.09)
Was kinderfreundliche Menschen beim "Genuss" einer Zigarette wissen sollten! "Tabakrauchen tötet", aber ist Tabak vorher harmlos? (27.8.09)
Ambivalent: Nachtschichtarbeit als mögliche Ursache von Brustkrebs bei Krankenschwestern und Flugbegleitern in Dänemark anerkannt! (29.3.09)
Gesundheitspolitische Beratung auf Albaniens Weg in die EU (2.11.08)
Vorsicht vor "Bäumchen-wechsel-dich" in Kanada: Was ist davon zu halten, das öffentliche System a la USA teilzuprivatisieren? (1.11.08)
Chiles Gesundheitswesen: Evaluierung und Kritik (21.4.2008)
Indonesien und Bangladesch: Kinder mit besserer Schulbildung haben weniger wahrscheinlich unterernährte Nachkommen (28.1.2008)
"We must end doctor brain drain.” - Ein Fünftel von Afrikas Ärzten und ein Zehntel seiner Pflegekräfte arbeiten im Ausland! (12.1.2008)
Gesundheitsversorgung in Albanien (29.10.2007)
Jemen auf der Suche nach dem geeigneten Krankenversicherungssystem (4.9.2007)
Erhebliche Stadt-/Landunterschiede bei der Nutzung von Gesundheitsdiensten in China (28.8.2007)
Weiter Weg bis zur echten Unabhängigkeit des Kosovo (28.8.2007)
Die Reichen ins Töpfchen, die Armen ins Kröpfchen (12.8.2007)
Durchfallerkrankungen in Lateinamerika: Private Ärzte und Apotheker behandeln schlechter als öffentliche Anbieter (6.5.2007)
"Priorisierung" von Gesundheitsleistungen: Der skandinavische Weg (20.4.2007)
"Ärzte ohne Grenzen" beklagen das öffentliche Verdrängen humanitärer Krisen (10.1.2007)
Note mangelhaft für Arzneimittel-Informationen österreichischer Ärzte (7.1.2007)
Das "4-2-1"-Problem der Volksrepublik China: Gesundheitsversorgung in Zeiten rasanter Konjunktur und Bevölkerungsalterung (10.12.2006)
Die Krankenversicherungsreform in den Niederlanden: Vorbild für Deutschland? (5.12.2006)
Afrika in der Krankheits- und Armutsspirale: Ein WHO-Report (28.11.2006)
Reformstrategien in Lateinamerika (20.6.2006)
Kanada: Teure Diagnoseverfahren werden Oberschicht-Patienten häufiger verordnet (14.11.2005)
OECD-Gesundheitssystem-Reports: Beispiel Mexiko (19.9.2005)
Das Gesundheitssystem in Schweden im internationalen Vergleich (4.8.2005)

Seite mit den Texten aller Artikel aufrufen:
Andere Länder
 

Andere Rubriken in "International"


USA - Versorgungsqualität

USA - Finanzierung, Kosten

USA - Soziale Ungleichheit

USA - Reformen

USA - Andere Themen

Großbritannien, United Kingdom

Schweiz

Andere Länder

Internationale Vergleiche, mehrere Länder



Vorsicht vor "Bäumchen-wechsel-dich" in Kanada: Was ist davon zu halten, das öffentliche System a la USA teilzuprivatisieren?

Artikel 1368 Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass parallel zu der zunehmenden Skepsis der us-amerikanischen Öffentlichkeit gegenüber der gesamtgesellschaftlichen Wirksamkeit und Effizienz von Marktsteuerung in ihrem dominant privatwirtschaftlich funktionierenden Versicherungs- und Versorgungssystem, im Nachbarland Kanada nahezu zeitgleich die Skepsis gegenüber dem eher sozialen und bevölkerungsweiten Gesundheitssystem wächst und über einen strengeren Privatisierungskurs nachgedacht wird.

Die an der Harvard Medical School in Boston, USA, arbeitende Sozialmedizinerin Marcia Angell, nimmt dies zum Anlass in der Ausgabe des Medizinjournals "Canadian Medical Association Journal (CMAJ)" vom 6. Oktober 2008, eine engagierte, klare sowie erfahrungsgesättigte Warnung vor diesem Schritt im nördlichen Nachbarland der USA zu formulieren.

Unter dem unmissverständlichen Titel "Privatizing health care is not the answer: lessons from the United States" weist sie auf folgende für ihr Plädoyer entscheidende und knapp empirisch fundierte Punkte hin:

• Die Gesundheitsausgaben sind in den USA zweimal so hoch wie in Kanada.
• Das US-System hat schlechtere Ergebnisse vorzuweisen, ist weniger wirtschaftlich und liefert weniger Basisdienste wie das kanadische System.
• Das US-System ist das einzige unter den industrialisierten Ländern, das Gesundheitsversorgung als Marktgut behandelt und nicht als sozialen Dienst und dadurch u.a. die Nichtzahlungsfähigen als Unversicherte ausgrenzt.
• In den USA ist gewinnorientierte Gesundheitsversorgung wesentlich teurer und von geringerer Qualität als non-profit- oder öffentlich-staatliche Versorgung und hat außerdem viel höhere Overheadkosten.
• Die Vorstellung, dass eine partielle Privatisierung des kanadischen System Wartezeiten für elektive Prozeduren oder Operationen reduziert, ist irregeleitet.
• Eine teilweise Privatisierung würde Ressourcen vom öffentlichen System abziehen, die Gesamtausgaben erhöhen und dazu die Ungerechtigkeiten des US-Systemen einführen.
• Als besten Weg, das System Kanadas zu verbessern sieht Angell darin, mehr Ressourcen in das System einfließen zu lassen.

Wie andere schon etwa zu Beginn der Regierungszeit von Bill Clinton in den USA (z. B. Theodor Marmor, David Himmelstein, Steffie Woolhandler) vor ihr, kommt Angell zu dem Schluss: "Canada’s medicare is one of the best health systems in the world - far superior to the US system". Das was beide Systeme unterscheidet bringt sie zudem auf die griffige Formel: "The problem with Canadian medicare is not the system, it is the amount of money put into it. The US problem is exactly the opposite. It is not the money, it is the system."

Die vierseitige Analyse "Privatizing health care is not the answer: lessons from the United States" von Marcia Angell erhält man, wie die meisten Aufsätze des CMAJ kostenlos.

Bernard Braun, 21.10.08