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Prävention
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Prävention von Übergewicht bei Kleinkindern: Erfolgreich nur mit langem Atem

Artikel 1908 Ein australisches Projekt zur Prävention von Übergewicht bei Kleinkindern hat jetzt Erfolge gezeigt, allerdings sind Voraussetzungen für solche Erfolge nach Meinung der Wissenschaftler recht umfangreich: Notwendig sind ein langer Atem, veränderte kommunale Angebotsstrukturen und eine Vielzahl von Partnern und Interventionen. Zutreffend charakterisiert eine Gruppe australischer Wissenschaftler aus dem "WHO Collaborating Centre for Obesity Prevention" an der Deakin University ihr Projekt zur Prävention und Bekämpfung von Übergewicht bei Kleinkindern als die "erste erfolgreiche präventive Intervention auf Gemeindeebene".

Das so genannte "Romp & Chomp"-Projekt (benannt nach den Comicfiguren Mr. Romp und Mrs. Chomp) erzielte diesen Erfolg zwischen 2004 und 2008 in der australischen Stadt Geelong bei einer Zielgruppe von rund 12.000 Kindern im Alter von 0 bis 5 Jahren. Die Interventionen strebten zum einen den Auf- oder Umbau dauerhafter kommunaler Strukturen und Angebote in Kindergärten, Schulen und anderen örtlichen Einrichtungen an. Dazu waren die Träger und Akteure dieser Einrichtungen fest in die Projektentwicklung eingebunden. Zum anderen zielten die Interventionen sowohl auf politische, soziokulturelle und physische Veränderungen beim Essverhalten und auf die aktive spielerische Bewegung der Kleinkinder.
Die untersuchten Ergebnisindikatoren waren vor allem das Durchschnittsgewicht, der einfache und standardisierte Body Mass Index, die Prävalenz von Übergewicht und Fettsucht und die Prävalenz eines Verhaltens in den Untergruppen der zwei- und dreieinhalbjährigen Kleinkinder, das Übergewicht und Fettsucht fördert oder verhindert.

Der Vergleich der ausgewählten Zielgrößen der Kinder in Interventions- und Kontrollgruppen zeigte unter anderem folgende statistisch signifikanten Ergebnisse der Intervention:

• Sämtliche Gewichts-Maßzahlen waren in der Gruppe der 3½-jährigen TeilnehmerInnen in der Interventionsgruppe niedriger.

• Die Prävalenz von Übergewicht und Fettsucht war bei den 2- und 3½-jährigen Kindern in der Interventionsgruppe um 2,5 und 3,4 Prozentpunkte niedriger als bei ihren Altersgenossinnen in der Kontrollgruppe. Dies ist erst richtig zu würdigen, wenn mit beachtet wird, dass die Prävalenzraten sich üblicherweise etwa zwischen 15 und 19 % bewegen.

• Der Konsum von abgepackten Snacks oder gesüßten Fruchtsäften war in der Interventionsgruppe signifikant geringer, die Häufigkeit des Verzehrs von Gemüse signifikant höher als in der Vergleichsgruppe.

• In zahlreichen Bildungs- und Erziehungseinrichtungen wurden gesüßte Lebensmittel aus dem Angebot entfernt oder Programme zur gesunden Ernährung eingeführt. Auch in Einrichtungen, in denen Eltern für die Organisation des Essens zuständig waren, wurden verstärkt Leitlinien für gesundes Essen eingeführt und beachtet. Diese Veränderungen gab es allerdings häufig sowohl in Interventionsgruppen- als auch in Kontrollgruppen-Einrichtungen.

Der Aufsatz "Reducing obesity in early childhood: results from Romp & Chomp, an Australian community-wide intervention program" von Andrea M de Silva-Sanigorski, A Colin Bell, Peter Kremer, Melanie Nichols, Maree Crellin, Michael Smith, Sharon Sharp, Florentine de Groot, Lauren Carpenter, Rachel Boak, Narelle Robertson und Boyd A Swinburn ist 2010 in der Fachzeitschrift "American Journal of Clinical Nutrition" (91: 831-840) erschienen. Kostenlos ist lediglich ein Abstract erhältlich.

Wer zusätzliches Interesse an kostenlosen Projektinformationen hat, erhält sie in den von den Hauptautoren des Aufsatzes verfassten vier Seiten umfassenden "Preliminary Findings - Summary Report. Outcome and Impact Evaluation of Romp & Chomp" aus dem September 2009

Bernard Braun, 10.2.11