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Verkürzen Ängste und Depressionen das Leben?

Artikel 2154 Einen Zusammenhang zwischen seelischer Belastung ("distress") und Sterblichkeit hat eine kürzlich veröffentlichte englische Studie ergeben.

Mit einem einfachen, in etwa 5 Minuten ausfüllbaren und als ausreichend zuverlässig geltenden Fragebogen (General Health Questionnaire - GHQ-12) wurden 37.649 Frauen und 30.573 Männer im Alter von mindestens 35 Jahren von einem Interviewer in ihrer häuslichen Umgebung nach Zeichen von Angst und Depression befragt und in vier Gruppen eingeteilt - von keiner bis schwerer Symptomatik. Die Befragung wurde jährlich wiederholt, so dass für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer Daten aus 11 Befragungen vorlagen. Die Studie war eingebettet in den Health Survey for England (Link). Dabei handelt es sich um eine seit 1991 in jährlichen Abständen durchgeführte Befragung einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe. Da umfangreiche Daten für jeden Teilnehmer erhoben wurden, konnten die Einflüsse von Gewicht, körperlicher Aktivität, Rauchen, Alkoholkonsum und Diabetes statistisch berücksichtigt werden. Dies ist erforderlich, weil die Auswirkungen der seelischen Belastung unabhängig vom Gesundheitsverhalten und anderen Einflussfaktoren gemessen werden sollten.

Zur Ermittlung der Sterblichkeit wurden die Mortalitätsdaten des National Health Service genutzt. Hier interessierten insbesondere die Todesursachen Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krebs und externe Ursachen. Unter "externen Ursachen" werden Unfälle und Suizide gefasst.

Von den 68.222 Teilnehmern verstarben im Untersuchungszeitraum insgesamt 8.365, davon laut Todesbescheinigung 3.382 infolge einer koronaren Herzkrankheit, 2.552 an Krebs und 386 an einer externen Todesursache.

Die Gesamtsterblichkeit steigt mit dem Grad der seelischen Belastung. Im Bereich der geringen Belastung war die Mortalität um 20% erhöht im Vergleich zur Gruppe der nicht Nicht-Belasteten und zwar auch nach statistischer Berücksichtigung von sozialem Status, Alkoholkonsum und Rauchen. Im Sinne einer Dosis-Wirkungs-Beziehung steigt die Mortalität mit dem Belastungsgrad und zwar bis auf mehr als das Doppelte.

Ein vergleichbares Bild zeige die Sterblichkeit an der koronaren Herzkrankheit. Bei Krebs steigt die Mortalität erst bei hoher Belastung. Die Sterblichkeit an externen Todesursachen zeigt wieder das Bild einer Dosis-Wirkungs-Beziehung und zwar auch nach Berücksichtigung anderer Einflussfaktoren.

Zusammenfassend ergibt die Studie eine Beziehung zwischen seelischer Belastung und Gesamtsterblichkeit sowie der Sterblichkeit an koronarer Herzkrankheit, Krebs und externen Todesursachen. Bemerkenswert ist der Zusammenhang schon bei geringer Belastung bei der Gesamtsterblichkeit, der koronaren Herzkrankheit und externen Todesursachen und zwar unabhängig von einem breiten Spektrum anderer Einflussfaktoren auf die Sterblichkeit.

Sowohl die Autoren und auch Leserbriefschreiber (siehe Rapid responses) warnen vor voreiligen Schlüssen bezüglich der Ursächlichkeit. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, stellen die Ergebnisse statistische und nicht etwa kausale Zusammenhänge dar. Auch sind die Ergebnisse aufgrund der Studiengröße zwar statistisch signifikant, also eher nicht dem Zufall geschuldet. Die absoluten Unterschiede in den Belastungsgruppen sind aber gering und klinisch eher nicht relevant, wie die Autoren selbst feststellen.


Sozialmedizinisch erscheint die Studie interessant, weil anhaltende psychosoziale Belastungen über die physiologische Stressreaktion gesundheitsschädliche Wirkungen entfalten und zur sozialen Ungleichheit der Gesundheit beitragen können (Lehrbuch Sozialmedizin - Public Health, S.215 ff. Download, Kapitel 6: Soziale Ungleichheit der Gesundheit).

Konkrete präventive Zielsetzungen lassen sich aus dieser Studie jedoch noch nicht ableiten.
Russ TC, Stamatakis E, Hamer M, Starr JM, Kivimäki M, Batty GD. Association between psychological distress and mortality: individual participant pooled analysis of 10 prospective cohort studies. BMJ 2012;345. Volltext

David Klemperer, 21.8.12