Home | Patienten | Gesundheitssystem | International | GKV | Prävention | Epidemiologie | Websites | Meilensteine | Impressum

Sitemap erstellen RSS-Feed

RSS-Feed
abonnieren


Weitere Artikel aus der Rubrik
Epidemiologie
Andere Themen


Hilft das Wissen über genetische Risiken das Gesundheitsverhalten zu verändern und sind Therapien nah? Nein, eher nicht!! (25.3.16)
Gibt es kausale, assoziative oder keine Zusammenhänge zwischen der Teilnahme am Golfkrieg und Erkrankungen - und welche? (23.3.16)
"Zu den gesundheitlichen Folgen weiterer Kriegseinsätze in aller Welt fragen Sie bereits heute Ihre amerikanischen Waffenbrüder" (13.2.14)
Globale Gesundheit - scheidende Bundesregierung hinterlässt bedenkliches Erbe (17.12.13)
Wenig TeilnehmerInnen in randomisierten Studien= Überschätzung von Therapieerfolgen?! (6.10.13)
Ärztetag, Armut und Gesundheit: Kleinkariert, selbstbezogen und beschränkt (31.5.13)
Gesundheitspolitik und Sterben - Sterben zwar kein Tabu mehr, aber Wissens- und Zugangshürden vor Hospiz- und Palliativleistungen. (20.8.12)
Was sollten Hygieniker/Politiker bei einem Infektions-"Ausbruch" sein lassen oder "C'est les microbes qui auront le dernier mot"? (2.3.12)
Gesundheitsbericht-Ramsch: "Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker" lieber nicht nach "Erinnerungen" zur Gesundheitsentwicklung! (16.7.11)
IG Nobel Preise 2010: Strümpfe (über den Schuhen getragen) helfen im Winter zur Prävention von Stürzen (23.11.10)
Meta-Analyse von 148 Studien zeigt: Soziale Isolation und Einsamkeit sind ein höheres Gesundheitsrisiko als das Rauchen (30.7.10)
Ein hoher Intelligenzquotient senkt das Suizid-Risiko - außer man ist psychotisch erkrankt (20.6.10)
Fußball ist ohnehin schon ein Gesundheitsrisiko - Und jetzt auch noch die Vuvuzelas bei der Fußball-WM (13.6.10)
"Todesursache" Nr. 1: Herzstillstand! Wie groß und inhaltlich folgenschwer ist das Elend der Todesursachenstatistik? (13.6.10)
Spanische Längsschnittstudie zeigt: Eine schlechte Lebensmoral erhöht das Sterblichkeitsrisiko (30.4.10)
Leitlinien zur Händehygiene in Krankenhäusern nur wirksam bei aktiver Implementierung (30.4.10)
Handwörterbuch und Lehrbuch "Sozialmedizin - Public Health" (27.4.10)
Schweinegrippe im (Rück-)Spiegel einer EU-weiten Bevölkerungsumfrage. (26.3.10)
Don't worry, be happy! Menschen mit starken positiven Emotionen sind seltener von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen (21.2.10)
Das Bevölkerungswissen über Risikofaktoren und Warnhinweise für einen Schlaganfall ist erschreckend gering (25.1.10)
Gesundheitsexperten artikulieren massive Kritik am Weihnachtsmann: Ein überaus negatives Vorbild (21.12.09)
Händewaschen: Mit flotten Leuchtschriften in Toiletten von Autobahn-Raststätten lässt sich Hygiene (ein wenig) verbessern (18.11.09)
Sachlichkeit statt "Pandemie-Hype": Allgemeinarztverband und Arzneimittelkommission zum ob, wer, wie und wie oft der Grippeimpfung (18.9.09)
Nutzen von Krebsfrüherkennung wird von Patienten deutlich überschätzt, Deutsche besonders schlecht informiert (12.8.09)
Don't worry, be happy! Wissenschaftler will die englische Bevölkerung glücklicher machen (2.8.09)
An welchen Wochentagen und zu welcher Jahreszeit häufen sich Suizide? US-Studie bringt überraschende Befunde (8.7.09)
Lug und Trug in der Wissenschaft: "few bad apples" oder "tip of the iceberg"? Ergebnisse einer Meta-Analyse von 18 Surveys (4.6.09)
Gesundheitsbedrohung durch die Lebensmittel-Industrie? Ähneln die Strategien von "Big Food" denen von "Big Tobacco" ? (14.4.09)
Kukidents! Grufties! Wer in der Jugend negative Altersstereotype pflegt, erkrankt später öfter an Herz-Kreislauferkrankungen (25.2.09)
Kapitalistische Revolution ist lebensbedrohlich - vor allem für Männer (18.1.09)
Selbsteinschätzung des Gesundheitszustands: Studien bestätigen wieder einmal die Zuverlässigkeit dieses Indikators (3.1.09)
Netzwerke als Erklärung gesundheitlicher Unterschiede - Einführung des Sozialen in die Medizin oder nur statistische Mängel? (2.1.09)
Der Mond hat keinen Einfluss auf die Zahl der Geburten - wohl aber Klinikärzte durch künstliche Einleitung von Geburten (26.11.08)
Erhöhtes Asthmarisiko für geplante und Notfall-Kaiserschnittgeborene (16.11.08)
IG Nobel Preise 2008: Striptease-Tänzerinnen bekommen an ihren fruchtbaren Tagen im Zyklus erheblich mehr Trinkgeld (4.10.2008)
Finnland: Preissenkung für alkoholische Getränke führt zu massivem Anstieg der alkoholbedingten Todesfälle (6.9.2008)
Der traditionelle Fahrradsattel mit Nase führt zu Erektionsstörungen und Gefühlsbeeinträchtigungen im Genitalbereich (17.8.2008)
Haben glückliche Menschen auch eine höhere Lebenserwartung? Ergebnisse einer Metaanalyse von 30 Längsschnittstudien (8.8.2008)
Migranten und Gesundheit: RKI veröffentlicht längst überfällige Einblicke in die Gesundheit von 20% der deutschen Bevölkerung (27.7.2008)
Mehrheit der Amerikaner möchte laut einer Umfrage lieber tot sein als mit einer schweren Behinderung leben (15.7.2008)
Reichtum schützt vor Schlaganfall - und ist ein besserer Indikator für soziale Ungleichheit als Einkommen oder Bildung (30.4.2008)
Englische Studie: Internet-Seiten bieten öfter Unterstützung für Selbstmordpläne als Hilfe und Prävention (14.4.2008)
Hält die Ehe gesund oder heiraten Gesündere häufiger als Ungesündere - Protektion oder Selektion? (6.4.2008)
Finnische Verlaufsstudie mit 300.000 Teilnehmern zeigt: Hausbesitzer haben eine höhere Lebenserwartung als Mieter (17.3.2008)
18 Studenten/innen essen vier Wochen nur Junk-Food - "Supersize me" unter strenger wissenschaftlicher Kontrolle (14.2.2008)
Sex and Drugs and Rap-Music! Studie findet in U-Musik sehr viele Texte über Drogenkonsum, besonders im Rap (12.2.2008)
Suizid im Spiegel der Epidemiologie - Selbstmord-Analysen im Stile der "Klapperstorch-Statistik" (18.1.2008)
Babies nach medizinisch nicht notwendigen Kaiserschnitt-Geburten weisen ein höheres Risiko von Atemwegs-Erkrankungen auf (26.12.2007)
"Irren ist ärztlich" oder wo man lieber nicht seinem Arzt glauben sollte: Medizinische Mythen an die sogar Ärzte glauben. (23.12.2007)
Neue Langzeitstudie über 65 Jahre zeigt: Religiöse Gläubigkeit ist kein Schutz gegen Krankheit (22.11.2007)
US-Kriegsheimkehrer Das wahre Ausmaß psychischer Schäden wird erst allmählich sichtbar (20.11.2007)
Doppelt so hohe Krankheitsrisiken für Mütter nach geplanten Kaiserschnitt-Geburten (18.11.2007)
Meta-Analyse deckt neue Präventionsbarriere auf: Bei schlechtem Wetter gehen die Leute weniger spazieren (13.11.2007)
Erwerbstätigkeit, Arbeitslosigkeit, Einkommensniveau und das psychische Wohlbefinden von jungen Menschen (11.11.2007)
Der natürliche Schlaf- und Wach-Rhythmus akzeptiert die Sommerzeit nicht (26.10.2007)
Junge Forscher entlarven pseudo-wissenschaftlichen Hokuspokus in der Werbung für Gesundheits-Produkte (20.10.2007)
Schlechte Beziehungen zur am nächsten stehenden Person erhöhen das Risiko für Herzerkrankungen um ein Drittel. (13.10.2007)
"Fröhliche Wissenschaft" oder über welche gesundheitsbezogenen Probleme endlich mal geforscht worden ist! (7.10.2007)
Über die hundertjährigen Wurzeln, Aus- und Umtriebe der Sozialhygiene, Sozialmedizin und Public Health in Deutschland (7.9.2007)
"Ulm ist die gesündeste deutsche Stadt" - Oder: Welch schöne Spielerei mit Statistik möglich ist (28.8.2007)
Investitionen in die Medizin oder ins Bildungssystem: Was hätte größeren Einfluss auf die Senkung der Mortalitätsraten? (15.7.2007)
Struktur-, Prozess-, Ergebnis-Qualität: Ihre Aussagekraft zur Evaluation von Versorgungsprozessen (10.7.2007)
"Taking Vioxx for a year is much more risky than a year travel, swimming, or being a firefighter" (30.6.2007)
Fragebögen als Informationsquelle der Versorgungsforschung - Wie erhöht man den Rücklauf? (12.6.2007)
Gewalt in den USA: Jährlich 70 Milliarden Dollar Kosten, 2.2 Millionen Opfer, 50 Tausend Tote (10.6.2007)
Auch Bremer Wissenschaftler erhielten verdeckte Forschungsgelder der Tabakindustrie (24.4.2007)
Zwischen Religion und real existierendem Sozialismus - Ursachen der Selbsttötungen in der DDR (22.4.2007)
Internationale Studien zeigen: Wo Waffen leicht verfügbar sind, steigt die Mord- und Selbstmordquote (19.4.2007)
Jeder vierte US-Kriegsveteran leidet unter psychischen Störungen (13.3.2007)
Weltbevölkerung wächst schneller als erwartet: 2050 gibt es über 9 Milliarden Menschen (13.3.2007)
Psychische Gewalt hat ebenso grausame Folgen wie körperliche Folter (7.3.2007)
Der "Irak-Effekt" - Unerwünschte physische und psychosoziale Folgen eines "Befreiungskrieges" für den Irak und die Welt (28.2.2007)
Intakte Blutdruckwerte - der Schlüssel zum Glücklichsein? Deutsche sind in einer EU-Studie Schlusslicht (20.2.2007)
Muttermilch - ein Wunderelixier auch für die Intelligenz und soziale Karriere des Kindes? (19.2.2007)
Potenzstörungen: Bewegungsfaule Männer sind erheblich öfter betroffen (2.2.2007)
Warum die Dänen im Glücksrausch sind und die Epidemiologen im Erklärungsnotstand (23.1.2007)
Beschäftigte im Gesundheitswesen 2005: Zwischen "Jobmotor" und "Personalmangel" (18.1.2007)
Studie zum Sexualverhalten in 59 Ländern zeigt überraschende Befunde (18.1.2007)
"Ein Haustier ist gesundheitsförderlich": Neue Forschungsergebnisse lassen Zweifel aufkommen (30.12.2006)
Das Phantom "Jobmotor Gesundheitswesen" - Mehr geringfügiger Beschäftigte! (6.11.2006)
Neuer Gesundheitsbericht: Gesundheit von Frauen und Männern im mittleren Lebensalter (8.2.2006)
Suizid ist auch eine Frage der Intelligenz: Weniger Schlaue begehen dreimal so oft Selbstmord (21.11.2005)
Gesundheit und Krankheit bei Migranten (31.8.2005)

Seite mit den Texten aller Artikel aufrufen:
Andere Themen
 

Andere Rubriken in "Epidemiologie"


Themen- und länderübergreifende Berichte

Soziale Lage, Armut, soziale Ungleichheit

Umwelt und Ökologie

Arbeit und Betrieb, Berufe, Branchen

Spezielle Krankheiten

Psychische Erkrankungen

Übergewicht, Adipositas

Ältere, Altersaspekte

Kinder und Jugendliche

Männer & Frauen, Gender-Aspekte

Gesundheitsverhalten (Rauchen, Ernährung, Sport usw.)

Gesundheit und Krankheit in den Medien

Andere Themen



Fußball ist ohnehin schon ein Gesundheitsrisiko - Und jetzt auch noch die Vuvuzelas bei der Fußball-WM

Artikel 1820 Fußball ist für aktive Fußballspieler ein Gesundheitsrisiko ersten Ranges. Kreuzbandriss und Adduktorenzerrung, Kahnbeinbruch und Syndesmosebandriss sind Begriffe, die heute jedem Bundesliga-Fan wie selbstverständlich über die Lippen gehen, weil sie im Kicker oder in der Sportbild fast täglich von den Blessuren ihrer Lieblingsspieler lesen müssen. Doch auch der Fußballfan selbst, sei es im gegnerischen Stadion oder am heimischen Bildschirm lebt nicht ohne Risiko. In der renommierten medizinischen Fachzeitschrift "New England Journal of Medicine (NEJM)" hatten Münchner Mediziner berichtet, dass die Häufigkeit neuer Herzinfarkte während der Fußballl-Weltmeisterschaft 2006 im Vergleich zu vier anderen Zeitphasen in Deutschland deutlich höher lag: An Tagen, an denen die deutsche Mannschaft spielte, war das Neuauftreten von Herzinfarkten und vergleichbar schweren gefährlichen Herzattacken 2,7mal so hoch wie während der Vergleichszeiträume. Die Analysen von über 4.200 Patienten zeigten auch, dass Männer gefährlicher leben, ihr Risiko war um das 3,3fache höher, während das der weiblichen Fans "nur" um das 1,8fache höher lag. Die Studie ist hier kostenlos im Volltext verfügbar: Ute Wilbert-Lampen et al: Cardiovascular Events during World Cup Soccer (N Engl J Med 2008;358:475-83). Zusammenfassung: "Fußballspiele anschauen kann tödlich sein!"

Eine neuere Studie des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemologie der Universität Köln hat jetzt vor kurzem erst diese Erkenntnis über das Gesundheitsrisiko Fußball-Schauen noch einmal ein wenig relativiert. In der Studie wurden Daten von 7,2 Millionen Versicherten ausgewertet und nach akuten Herzerkrankungen während der WM 2006 gesucht. Institutsleiter Markus Lüngen stellte dann gegenüber der Presse fest, dass sich nur im Raum Münchens ein statistischer Zusammenhang zu den Länderspielen herstellen ließe, außerhalb der bayerischen Landeshauptstadt jedoch nicht. Dort läge das Risiko sogar niedriger, vgl. "Fußball fürs Herz - Länderspiele erhöhen Infarkt-Risiko nicht - außer in München" (Jetzt.de SZ Leben 09.06.2010) Warum Münchener nun aber mehr mitleiden als andere Fans - dazu konnte Dr. Lüngen allerdings keine schlüssige Erklärung abgeben.

Doch die Beschwichtigungen, dass Fußballzuschauer außerhalb Münchens kaum gefährdet sind, sollten nun ein Ende haben. Die neue Bedrohung ist in aller Munde, erinnert an den Ex-HSV-Profi und Nationalspieler Uwe Seeler und heißt "Vuvuzela". "Die Vuvuzela", so schreibt Wikipedia, "(auf Setswana manchmal auch Lepatata genannt) ist ein Blasinstrument und ein Symbol des südafrikanischen Fußballs. Das Instrument ist trompetenförmig, bis zu einem Meter lang und kann aus Kunststoff oder Blech gefertigt sein. Sein Klang ähnelt dem Trompeten eines Elefanten. Vielfach in Stadien eingesetzt klingt es wie ein Hornissen-Schwarm." (Wikipedia Vuvuzela)

Sieht man einmal ab von den für Zuschauer zumindest nerv-, für aktive Spieler aber konzentrations- und kommunikationstötenden Eigenschaften, so sind in den letzten Tagen seit Eröffnung der WM in Südafrika jedoch weitaus gravierende Folgen in die Schlagzeilen der Medien geraten.

• Da ist zum Ersten die auch für jeden TV-Zuschauer in Deutschland (obwohl 8000 Kilometer vom Geschehen entfernt) nachvollziehbare Gesundheitsgefährdung durch Lärm. Denn Vuvuzelas können Geräuscheinwirkungen von über 120 Dezibel (A) erreichen, was etwa so laut wie ein Düsentriebwerk ist. In einer südafrikanischen Studie wurden sogar Spitzenwerte von 140 Dezibel gemessen. (vgl. De Wet Swanepoel, James W Hall III: Football match spectator sound exposure and effect on hearing: A pretest-post-test study South African Medical Journal, 2010; 100: 239-242) Dass solche Einwirkungen von 40.000 oder mehr Blasgeräten in einem Stadion auf Dauer nicht gesundheitsförderlich sind, weder für Nerven noch Trommelfell, ist nachvollziehbar.

• Zum Zweiten muss dann auf die Verbreitung von Grippe- und Erkältungs-Erregern hingewiesen werden. Bei einem Schnupfen oder Husten bemüht man sich bekanntlich, dem Nachbarn im Bus nicht direkt ins Gesicht oder in den Nacken zu prusten. Mit der Vuvuzela jedoch wird genau dieses Verhaltensmuster zehntausendfach zur Norm. Und in Südafrika ist derzeit Winter und die Grippewelle voll im Schwung. Durch das Instrument, so erklärte jetzt Dr. Ruth McNerney von der "London School of Hygiene and Tropical Medicine" einer Nachrichten-Agentur, würden Krankheitserreger in weitaus stärkerem Maße verbreitet als durch normales Husten oder Niesen - dies habe auch eine in ihrem Institut durchgeführte Studie gezeigt. (vgl. Study: Vuvuzela Could Spread Colds And Flu)

• Zum Dritten schließlich wird darauf hingewiesen, dass Notfall-Durchsagen in Stadien übertönt werden und so weitere Risiken für Stadionbesucher entstehen, weil sie Rettungs-Hinweise nicht hören können. Vom Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen wurde daher unlängst eine Empfehlung an deutsche Kommunen ausgesprochen, den Gebrauch von Vuvuzelas bei öffentlichen Veranstaltungen (Public Viewing) zu untersagen. Manche Städte folgten der Aufforderung, andere nicht.

• Zum Vierten schließlich wird bislang das Risiko massiver Konflikte und Handgreiflichkeiten zwischen Fußball-Fans viel zu wenig diskutiert, obwohl es in fast allen WM-Diskussionsforen deutlich wird. Einzelne Forumsnutzer, die sich dem Wehklagen der Mehrheit über nervtötendes und stumpfsinniges 90-Minuten-Getröte nicht anschließen wollen und auf kulturelle Traditionen Südafrikas hinweisen, laufen Gefahr, als Kulturbanausen bezeichnet zu werden. (Schließlich habe man während der WM 2006 in Deutschland auch nicht permanent Blasmusik und Dieter Bohlen präsentiert.) "Rassismus" und "Kulturimperialismus" andererseits wird jenen Wortführern an den Kopf geworfen, die die Tröte den Südafrikaner einfach verbieten wollen. Dass es hier nicht bei Wortgefechten bleiben wird, ist absehbar.

Ob es noch zu größeren und methodisch fundierten wissenschaftlichen Langzeit-Studien über das Gesundheitsrisiko Vuvuzela kommt, randomisierte Kontrollstudien, die zumindest Klarheit über die gesundheitlichen Dimensionen des Problems bringen könnten, ist indes ungewiss. Denn die Newsticker fast aller Nachrichtenagenturen vermeldeten heute mittag "FIFA schließt Vuvuzela-Verbot nicht aus".

Gerd Marstedt, 13.6.10