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GKV
Beitragssatz, Finanzierung, GKV-PKV


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Aufgewärmtes zur Praxisgebühr: Unbelehrbar, unbe-irr-bar oder einfach nur irre? (12.4.12)
ZahnmedizinerInnen und MedizinerInnen haben nach eigenen Angaben und über ihr gesamtes Erwerbsleben die höchsten Nettostundenlöhne (31.3.12)
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Windchill-Effekt auch bei der Bürokratie wirksam (1.2.12)
Neues aus der Bildungsforschung: Der besonders hohe Nutzen von Hochschulabsolventen für die Sozialbeiträge in Deutschland (22.9.11)
Welche Rolle spielen Lohnnebenkosten bei Investitionsentscheidungen in Deutschland und in 12 anderen Ländern? Scheinbar keine! (20.9.11)
Lasst die "Sau am besten im Stall"! Verbessert Kostenerstattung die Transparenz und steuert die Inanspruchnahme von Leistungen? (4.9.11)
Gleichstellungsbericht: Nachteile für individuelle Verwirklichungschancen und die künftige soziale Sicherheit von Frauen. (18.6.11)
Absenkung der Arbeitskosten durch Senkung der Sozialbeiträge für Geringverdiener schafft keine Arbeitsplätze, sondern Probleme! (1.6.11)
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Neues aus der unendlichen und nicht ganz einfachen Geschichte der Ärzteeinkommen zwischen Verelendung und Überfluss (2.3.11)
Trotz Aufschwung: Auch 2010 stagniert die Bruttolohnquote als eine Basis der GKV-Einnahmen auf dem erreichten niedrigen Niveau (5.12.10)
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2009: Deutschland belegt in der EU erneut Mittelplätze bei den Arbeits- und Lohnnebenkosten. (30.3.10)
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Was bedeutet das "Abspecken des Mittelschichtbauchs" für die finanzielle Situation der Sozialversicherungsträger in Deutschland? (17.4.2008)
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Wenn der Schuster nicht bei seinem Leisten bleibt - Erzwungene Berufswechsel und GKV-Finanzierung

Artikel 0509 Denkt man bei der These, die Finanzierungsprobleme der GKV hingen wesentlich von strukturellen Einnahmeschwächen ab, lediglich an die Arbeitslosigkeit oder die jahrelange Stagnation der Tarifeinkommen, erfasst man die strukturelle Tiefe und Komplexität dieser Situation nicht. Wie bereits an mehreren Beispielen (z.B. über die Wirkung von Teilzeitarbeit, Mini- oder Midi-Arbeitsverhältnisse) dargelegt wurde, ist nämlich auch die partielle Erosion des traditionellen "Normalarbeitsverhältnisses" und darin eine völlig neue und spezielle Vernutzung des Arbeitskräftepotenzials in Deutschland eine Ursache für die relativ schwindende Einnahmebasis der einkommensbasierten Sozialversicherungsträger.

Dazu gehört auch die jüngere Entwicklung des Übergangs von der Ausbildung ins berufliche Erwerbsleben und die damit verbundenen Effekte auf die Einkommenssituation der Jungerwerbstätigen.
Eine am "Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)" der "Bundesagentur für Arbeit (BA)" von Holger Seibert durchgeführte Datenanalyse zeigte jetzt, dass jeder Fünfte der Absolventen einer Berufsausbildung den erlernten Beruf bereits unmittelbar nach Ausbildungsende wechselt. Seit 1977 ist der Anteil der jungen männlichen Berufswechsler von 18 auf 26 % gestiegen, bei weiblichen Berufsausgebildeten aber von 19 auf 16 % gesunken. Die Häufigkeit eines Berufswechsels unmittelbar nach der Ausbildung hängt aber auch noch von anderen Faktoren als dem Geschlecht ab. Die IAB-Studie hebt hervor, dass in Berufen, deren Ausbildung kostengünstig ist, über Bedarf ausgebildet wird und daher zu viel Ausgebildete für die Beschäftigungsstellen existieren, Berufswechsel also überdurchschnittlich häufig notwendig sind. Umgekehrt sieht es bei kostenintensiven Ausbildungsberufen aus.

Warum diese spezielle Mobilität nicht nur Auswirkungen auf die berufliche Situation der davon Betroffenen hat, sondern auch auf das Finanzierungspotenzial der einkommensgekoppelten Sozialversicherung einwirkt, rührt von einer im Prinzip seit Jahrzehnten unveränderten Dynamik ab: "Je weiter der erlernte vom aktuell ausgeübten Beruf inhaltlich entfernt ist, desto höher ist das Risiko einer unterwertigen Beschäftigung" (IAB) und desto niedriger meist das Einkommen. Kommt dann noch die ebenfalls vom IAB schon seit den 1970er Jahren beobachtete Tendenz hinzu, dass auch unabhängig von einem Berufswechsel unterwertige Beschäftigung beim Berufseinstieg zugenommen hat, kumulieren rasch Schwundeffekte der Finanzierungsbasis.

Allerdings, so das IAB: "In der zeitlichen Entwicklung fällt auf, dass unterwertige Beschäftigung nach der Ausbildung seit Ende der 1990er Jahre deutlich zugenommen hat - und zwar unabhängig davon, ob der Ausbildungsberuf verlassen wird oder nicht. Eine Ursache dafür ist der Beschäftigungsrückgang in zahlreichen gewerblichen Berufen, insbesondere in der Metall- und Baubranche sowie im Handwerk."
Zur Finanzierung selbst des Status quo der Leistungen müssen dann die prozentuale Beiträge erhöht werden.
Analysiert wurden ausschließlich Erwerbsverläufe von westdeutschen Absolventen betrieblicher Berufsausbildungen.

Wenig tröstlich oder hilfreich ist dagegen die Tatsache, dass zumindest der Schuster in dieser Entwicklung meist bei seinen sprichwörtlkichen Leisten bleibt.

Im Internet steht der erste im Jahr 2007 veröffentlichte sechsseitige IAB-Kurzbericht "Berufswechsel in Deutschland: Wenn der Schuster nicht bei seinem Leisten bleibt ..." hier.

Bernard Braun, 22.1.2007