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GKV
Beitragssatz, Finanzierung, GKV-PKV


Deutschland: Platz 15 im EU-Vergleich der Lohnnebenkosten oder wie wenig gefährden sie den Wirtschaftsstandort (5.5.15)
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Alter, saurer Wein wird auch nicht süßer, wenn der Kellner wechselt: Bundesbank und Dämpfung möglicher Gesundheitskosten-Explosion (24.7.14)
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Auf rückwärtsgewandten Pfaden weiter zur Zweiklassenmedizin (24.5.13)
Niedriges Einkommen=niedrige Beitragseinnahmen. Löhne erwerbstätiger Ausländer nach 8 Jahren bei 72% des Lohns deutscher Arbeiter (6.2.13)
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Verborgene Kosten des Gesundheitssystems der USA. 15,4% aller Kosten sind unbezahlte gesundheitsbezogene Tätigkeiten (17.12.12)
Warum selbst Arbeitgeber im Moment nicht so richtig über die Last zu hoher Lohnnebenkosten durch die Sozialversicherung klagen ? (3.12.12)
Aufgewärmtes zur Praxisgebühr: Unbelehrbar, unbe-irr-bar oder einfach nur irre? (12.4.12)
ZahnmedizinerInnen und MedizinerInnen haben nach eigenen Angaben und über ihr gesamtes Erwerbsleben die höchsten Nettostundenlöhne (31.3.12)
Zuzahlungen in der GKV 2005-2010: Jährlich rd. 5 Mrd. Euro, kaum erwünschte aber durchaus unerwünschte Steuerungswirkungen (26.3.12)
Windchill-Effekt auch bei der Bürokratie wirksam (1.2.12)
Neues aus der Bildungsforschung: Der besonders hohe Nutzen von Hochschulabsolventen für die Sozialbeiträge in Deutschland (22.9.11)
Welche Rolle spielen Lohnnebenkosten bei Investitionsentscheidungen in Deutschland und in 12 anderen Ländern? Scheinbar keine! (20.9.11)
Lasst die "Sau am besten im Stall"! Verbessert Kostenerstattung die Transparenz und steuert die Inanspruchnahme von Leistungen? (4.9.11)
Gleichstellungsbericht: Nachteile für individuelle Verwirklichungschancen und die künftige soziale Sicherheit von Frauen. (18.6.11)
Absenkung der Arbeitskosten durch Senkung der Sozialbeiträge für Geringverdiener schafft keine Arbeitsplätze, sondern Probleme! (1.6.11)
Mehr Frauen erwerbstätig aber mit sinkender Arbeitszeit - deutscher "Sonderweg": Ein notwendiger Nachtrag. (2.5.11)
"Geringfügige Beschäftigungsverhältnisse" oder Minijobs = kurz- wie langfristige Mini-Krankenkassenbeiträge (15.4.11)
Frauen zurück an den Herd? Zur Empirie der Einnahmenschwäche der GKV. (10.4.11)
Neues aus der unendlichen und nicht ganz einfachen Geschichte der Ärzteeinkommen zwischen Verelendung und Überfluss (2.3.11)
Trotz Aufschwung: Auch 2010 stagniert die Bruttolohnquote als eine Basis der GKV-Einnahmen auf dem erreichten niedrigen Niveau (5.12.10)
8% Lohnkluft zwischen Männern und Frauen von insgesamt 23 % ist Ungleichbehandlung Gleicher oder Diskriminierung (25.10.10)
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Innenleben der "Zwei-Klassen-Medizin: Arzneimittel und PKV=wirtschaftlich, innovativ, wirksam, qualitativ hochwertig? Eher nicht! (27.4.10)
2009: Deutschland belegt in der EU erneut Mittelplätze bei den Arbeits- und Lohnnebenkosten. (30.3.10)
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Risikoorientierte Beiträge à la PKV: Das Ende der Gesundheitsreformen oder Modell mit wenig Nutzen und ungewisser Zukunft? (28.2.10)
Sprungbrett in die Sackgasse oder "von nichts kommt nichts"! Wie sehen Niedriglöhne in Deutschland aus und was bewirken sie? (10.2.10)
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Finanzierung der GKV durch Prämien a la Schweiz!? Wie sich die Bundesregierung mit einer Tasse Kaffee eine Kommission sparen kann! (21.11.09)
Womit können Therapietreue und Wirtschaftlichkeit verbessert werden?: "Weniger Zuzahlungen verbessern die Therapietreue!" (8.11.09)
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Niedriges Einkommen=niedrige Beitragseinnahmen. Löhne erwerbstätiger Ausländer nach 8 Jahren bei 72% des Lohns deutscher Arbeiter

Artikel 2220 Die Ankündigung möglicher Zusatzbeiträge durch einige gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2015 lassen es ahnen: Ändert sich z.B. nach der Bundestagswahl nichts an den einkommensbezogenen Finanzierungsinstrumenten der Gesetzlichen Krankenversicherung, wird die strukturelle Einnahmeschwäche der GKV wieder relevanter als im Moment. Dass diese Schwäche existiert und wodurch sie entsteht und was man daran ändern könnte, spielt dann ebenfalls eine größere Rolle.
Neben vielen anderen Faktoren (z.B. langjährige generelle Einkommensstagnation, Arbeitslosigkeit, Zunahme und Stabilisierung von atypischen Arbeitsverhältnissen, "gender gap") spielen dann auch die speziellen Einkommensverhältnisse von ArbeitsmigrantInnen eine Rolle.

Der erste Kurzbericht des "Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)" der Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2013 macht auf die besonderen Defizite der Entlohnung von sozialversicherungspflichtig beschäftigten männlichen Ausländern im Vergleich zu den deutschen Beschäftigten aufmerksam.

Die Situation der seit 2000 und bis 2008 vollzeitbeschäftigten ausländischen Bürger sieht in diesem Zeitraum so aus:

• Ihr durchschnittliches Lohnniveau lag beim Start ihrer Beschäftigung insgesamt bei 64 % des durchschnittlichen Lohnniveaus der vollzeitbeschäftigten deutschen Männer.
• Bis zum Jahr 2008 stieg dieser Anteil auf rund 72 %. Migranten holten also einkommensmäßig im beobachteten Zeitraum im Durchschnitt gegenüber den deutschen Erwerbstätigen zwar auf, lagen aber immer noch beträchtlich unter dem Durchschnittslohn ihrer deutschen Kollegen.
• "Eine Zerlegung der Anpassungsrate in einzelne Effekte zeigt, dass sich die Löhne überwiegend infolge beobachteter Merkmale wie Betriebszugehörigkeit, den Wechsel in besser bezahlte Berufe und Sektoren oder auch durch eine zunehmende Beschäftigungsstabilität anpassen. Diese Effekte sind zum einen Ausdruck erfolgreicher Suche, zum anderen deuten sie auf eine Verbesserung des betriebsspezifischen Humankapitals einer Person hin. Auf der aggregierten Ebene scheinen weder Alters- und Trendeffekte noch Kompositionseffekte eine bedeutende Rolle zu spielen."
• "Die Gesamtergebnisse verdecken allerdings völlig die Unterschiede zwischen den einzelnen Nationalitäten in Deutschland." Eine Betrachtung von dreißig Gruppen zeigt höchst unterschiedliche Anpassungsraten, die von +43 Prozentpunkten bei den Franzosen bis zu -6 Prozentpunkten bei Afghanen reichen.
• Eine Minderheit der Ausländer aus Ländern wie Österreich, den Niederlanden oder Großbritannien starten bereits 2000 mit mehr als 100% des Einkommens deutscher Männer und verdienen 2008 sogar noch deutlich mehr. Die Mehrheit der Ausländer starten aber mit deutlich weniger als ihre deutschen Kollegen und bleiben dauerhaft unter deren Lohnniveau.
• Ein Teil der höheren und schneller zunehmenden Einkommen z.B. von französischen Erwerbstätigen auf dem deutschen Arbeitsmarkt beruht auf dem so genannten Kompositionseffekt. Dies bedeutet, dass Franzosen, deren Einkommen auf Dauer niedriger ist als das der deutschen Erwerbstätigen eher wieder in ihr Heimatland zurückkehren als etwa Afghanen. Allein dadurch steigt das Durchschnittseinkommen der in Deutschland verbleibenden Ausländer an.

In einem einkommensabhängigen Finanzierungssystem der sozialen Sicherung bedeutet dies, dass der größere Teil der ausländischen Erwerbstätigen bei vollem Leistungsanspruch dauerhaft geringere Beiträge bezahlt als deutsche Erwerbstätige. Unklar bleibt in der Analyse des IAB wie stark sich die Tätigkeit der ausländischen qualitativ von der der deutschen Erwerbstätigen unterscheidet und zumindest ein Teil der Einkommensunterschiede daher rührt.

Unabhängig von dem hier dargestellten Zusammenhang zwischen Einkommens- und Einnahmeschwäche bedeutet die dauerhaft geringere
Entlohnung der meisten ausländischen Beschäftigten natürlich auch ein zusätzliches sozialpolitisches Problem.

Der IAB-Kurzbericht 1/2013 Lohnanpassung von Ausländern am deutschen Arbeitsmarkt. Das Herkunftsland ist von hoher Bedeutung von Florian Lehmer und Johannes Ludsteck ist kostenlos erhältlich.

Bernard Braun, 6.2.13