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GKV
Beitragssatz, Finanzierung, GKV-PKV


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Lasst die "Sau am besten im Stall"! Verbessert Kostenerstattung die Transparenz und steuert die Inanspruchnahme von Leistungen? (4.9.11)
Gleichstellungsbericht: Nachteile für individuelle Verwirklichungschancen und die künftige soziale Sicherheit von Frauen. (18.6.11)
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Mehr Frauen erwerbstätig aber mit sinkender Arbeitszeit - deutscher "Sonderweg": Ein notwendiger Nachtrag. (2.5.11)
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Frauen zurück an den Herd? Zur Empirie der Einnahmenschwäche der GKV.

Artikel 1928 Immer wenn keine der sonstigen "Gesundheitspolitik-Säue" durch das Mediendorf getrieben wird, wie etwa die "Lohnnebenkosten" oder die "demographische Bedrohung", müssen schon mal die meist weiblichen Ehepartner von GKV-Mitgliedern als Grund für Finanz- und andere Probleme der GKV herhalten. Sind sie nicht erwerbstätig, geht es um die im Wesentlichen familienpolitisch induzierte beitragsfreie Mitversicherung in der GKV bei vollem Leistungsumfang. Und sind sie erwerbstätig, sind es die meist geringen Beiträge wiederum bei vollem Leistungsumfang. Dass dafür die trotz jahrelanger Kritik stabile und auch schon mehrmals im forum-gesundheitspolitik dargestellte "gender pay gap" verantwortlich ist, d.h. die rund 25 % betragende Einkommenslücke zwischen erwerbstätigen Männern und Frauen mit vergleichbaren Arbeitsqualitäten, fällt bei dieser Art von "Treibjagden" meist unter den Tisch. Noch weniger Aufmerksamkeit findet aber, ob für die trotz Erwerbstätigkeit geringen Beiträge nicht auch der geringe Umfang der regelmäßigen Arbeitszeiten von Müttern verantwortlich ist.

Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse einer Untersuchung aus dem "Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ)" der Universität Duisburg-Essen zu den beruflichen Arbeitszeiten verheirateter Mütter in den Jahren 2000 und 2007 fasst die Autorin so zusammen: Mütter arbeiten heute zwar etwas häufiger, aber deutlich weniger Stunden pro Woche als noch im Jahr 2000. Vor allem der Anteil der vollzeitbeschäftigten Mütter ist zurückgegangen.

Auf der Basis von amtlichen Mikrozensusdaten stellt die IAQ-Arbeitsmarktforscherin Christine Franz zunächst fest, dass westdeutsche Frauen durchschnittlich je nach Alter ihrer (minderjährigen) Kinder ein Wochenpensum zwischen 6,3 und 19,1 Arbeitsstunden haben. Selbst die Mütter der 15- bis 17-Jährigen stehen damit dem Arbeitsmarkt nur mit halber Kraft zur Verfügung und verdienen entsprechend wenig.
In Ostdeutschland arbeiten zwar schon die Mütter von 3- bis 5-Jährigen durchschnittlich 20 Wochenstunden, aber auch hier steigt der Wert nur auf 25 Stunden bei Frauen mit fast volljährigen Kindern. "Der Vergleich von 2000 zu 2007 zeigt, dass die Arbeitsvolumina in fast allen Altersgruppen gesunken sind", so die Wissenschaftlerin.

Erwartungsgemäß hoch ist unabhängig vom Alter ihrer Kinder dagegen die Erwerbsbeteiligung der west- wie ostdeutschen Männer. So arbeiteten 2007 nur ca. 3 bis 4 % der westdeutschen Väter Teilzeit.

Ob es sich bei der niedrigen Erwerbsbeteiligung von Müttern und ihrer dann sogar noch schrumpfenden Arbeitszeit um das Resultat freiwilliger Entscheidungen der Frauen oder um Wirkungen entsprechender Arbeitsmarkt- und Geschlechterpolitik oder gesellschaftlicher Einstellungen handelt, kann mit den Daten des Mikrozensus nicht beantwortet werden.

• Der anhaltende Mangel an dann auch noch bezahlbaren Krippen-, Kindergarten-, Betriebskindergarten- und Ganztagsschulplätzen,
• die zögerliche Verbreitung betrieblicher Programme zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
• die im Vergleich zu Ländern wie Schweden weiterhin viel zu gering entwickelte und spürbare Kultur der Frauengleichberechtigung
• und speziell noch die Arbeitsmarktbedingungen in Ostdeutschland
deuten allerdings darauf hin, dass politische Rahmenbedingungen einen erheblichen Teil des hier identifizierten Arbeitszeit- und damit Beitragstrends beeinflussen. Dass diese Bedingungen auch wesentlich für die ebenfalls meist nur den individuellen Entscheidungen der Frauen und ihren Partnern zugewiesene geringe Kinderhäufigkeit verantwortlich sind, sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Die bisher nur vorliegende Pressemitteilung zu der Studie mit einer Reihe Grafiken von Christine Franz ist kostenlos erhältlich.

Bernard Braun, 10.4.11