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GKV
Beitragssatz, Finanzierung, GKV-PKV


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Mehr Frauen erwerbstätig aber mit sinkender Arbeitszeit - deutscher "Sonderweg": Ein notwendiger Nachtrag.

Artikel 1935 Wenn es darum geht, dass 9 Millionen der überhaupt erwerbstätigen Frauen aktuell in Teilzeit arbeitet (vgl. dazu z.B. diesen Bericht im "Forum-Gesundheitspolitik"), und um die problematischen Folgen für die finanzielle Situation dieser Frauen und die geringeren Beiträge zu Kranken- und anderen Sozialversicherungen, wird oft behauptet, die Frauen wollten ja gar nicht länger arbeiten.

Dass es sich dabei um einen der vielen Mythen im deutschen Sozialsystem handelt, zeigen nun die Ergebnisse einer vom "Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)" der Bundesagentur für Arbeit durchgeführten Analyse der bevölkerungsrepräsentativen Befragungsdaten des Sozioökonomischen Panels (SOEP).

Dabei ergab sich folgendes Bild:

• "Der Anteil der Frauen an den Beschäftigten hat seit 1991 um 5,7 Prozentpunkte zugenommen. Damit war 2010 die Hälfte aller Beschäftigten weiblich. Im gleichen Zeitraum stieg ihr Anteil am Arbeitsvolumen um 4,5 Prozentpunkte und lag 2010 bei nur 43 Prozent." (IAB)
• Die Hälfte der teilzeitbeschäftigten Frauen gab bei den Befragungen an, dass sie ihre vereinbarte Arbeitszeit gerne ausweiten würde.
• Insbesondere die geringfügig beschäftigten Frauen sowie die Frauen, welche regelmäßig Überstunden leisten, haben Verlängerungswünsche.
• Frauen, die gerne länger arbeiten wollen, haben oft eine niedrige berufliche Qualifikation und ein unterdurchschnittliches Einkommen.
• Frauen in Ostdeutschland und junge Frauen im Alter von 25 bis 34 Jahren wünschten sich häufiger eine längere Wochenarbeitszeit.
• Im Schnitt würden regulär teilzeitbeschäftigte Frauen ihre vereinbarte Wochenarbeitszeit gerne um vier Stunden erhöhen. Geringfügig beschäftigte Frauen würden gerne neun Stunden länger arbeiten
• Wenn alle Verlängerungswünsche berücksichtigt werden könnten, würde sich die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Frauen um 2,6 Stunden auf rund 32 Stunden erhöhen. Hochgerechnet entspräche dies einem Arbeitsvolumen von 40,5 Millionen Stunden wöchentlich, umgerechnet in Vollzeitäquivalente wären dies circa eine Millionen Vollzeitarbeitsplätze.
• Die Autorin des Studienberichts weist schließlich darauf hin, dass die Zahl der Arbeitnehmerinnen seit 1991 zwar um 16 Prozent zugenommen hat, das Arbeitsvolumen von Frauen in derselben Zeit jedoch nur um vier Prozent gestiegen ist. Damit werde heute ein etwas höheres Arbeitsvolumen von deutlich mehr weiblichen Beschäftigten erbracht als früher.

Der acht Seiten umfassende IAB-Kurzbericht 9/2011 Ungenutzte Potenziale in der Teilzeit Viele Frauen würden gerne länger arbeiten von Susanne Wanger ist komplett kostenlos erhältlich.

Bernard Braun, 2.5.11